Lörrach Furios in die Buurefasnacht

Lörrach-Hauingen - Pfiffige Ideen, ein kräftiger Schuss Mutterwitz und eine gepfefferte Ladung guter Laune sorgten am Aschermittwoch für ein kurzweiliges Programm beim ersten Hauger Zunftabend 2019 in der fast ausverkauften Sporthalle.

Stars, Sternchen und Sprücheklopfer starteten mit rassigem Klamauk in die Buurefasnacht. Die Akteure entfachten ein Feuerwerk der guten Laune und ließen’s krachen bis zum Zapfenstreich. Durch den Abend führte Astrid Münzer als „D’Clothilde“.

Dem Auftakt mit Musikverein und Traditionscliquen folgte die Präsentation des Mottos: „Wenn’s eifach wär, chönnt’s jede.“ Passend dazu das Bühnenbild des Brombacher Künstlers Friedemann R. Müller und seiner Assistentin Renate Griesbaum.

Mit der Beißzange...

Das Motto zielt auf „Spezialisten“ in Bund, Land und Gemeinden, die – wie es im Volksmund heißt – die Hose gelegentlich mit der Beißzange schließen. Silvia Mendel, Martin Issler, Jürgen Maier und Leonie Riegel hielten nicht zurück. Beispiel: „Dört hinte in dem schöne Entebad, macht so manchi Behörde e recht Spagat. Ä Zentralklinikum fü de Landkreis müss her, me frogt sich nit, wodure lauft de Vokehr?“

Nix als „Illusione“

Unter dem Stichwort „Illusione“ zeigte Michael Schranz zusammen mit seinen Töchtern Janika und Pia den Zauber des Unheimlichen mit einer Illusionisten-Show.

Jede Menge Lokalkolorit hatten auch die „Schnitzelbänk“ auf der Pfanne: Ernst Sütterlin, Rene Ditzig und Jürgen Maier sind alte Hasen auf der Hauger Bühne. Bei ihrem Vortrag bleibt selten ein Auge trocken.

Kein Blatt vorm Mund

Die „Rätschgosche“ Leonie Riegel und Silvia Mendel nahmen kleine und große Missgeschickte bekannter und weniger bekannter Zeitgenossen aufs Korn – mutig, frech, doch immer fair und lustig im Vortrag.

Als gelenkige Tänzer in bunter Aufmachung wirbelten die Zunftmeister über die Bühne. Geradezu als Sportskanonen entpuppten sich Alexandra und Michael Schranz, Roland Hauber, Rainer Weber, Andreas Bickel und Dirk Bender.

Glänzende Moderation

„Esse un Trinke sin die drei schönste Sache“, bilanzierte Astrid Münzer in ihrem Solobeitrag „E Kilo Drama“. Sie schilderte die vermeintliche Not der Übergewichtigen und schlug „Spargeltarzane“ geradezu in die Flucht.

Zuvor und danach führte Astrid Münzer als „Clothilde“ schwungvoll durchs Programm. Sie kam „gut rüber“ und war mehr als ein Ersatz für die aus familiären Gründen verhinderte „Hedwig“ alias Ralf Renckly, der diesmal die Fäden der Regie in Händen hielt.

In der Nummer „Hoor ab“ präsentierten Leonie Riegel, Silvia Mendel, Silke Leonhardt und Katja Kranzer, was Frauen tratschen und was sie bewegt im Frisörsalon beim „Bemühen“ um ein hochmodernes Outfit.

„Räbbuur“ in Form

Schließlich der unverwüstliche „Räbbuur“ Roland Hauber. „Sie sin doch die Siegerin der Miss Bürgermeisterwahl vo Lörrach, gell…“, begrüßte er Monika Neuhöfer-Avdic als „Eure Hoheit“, die sich mit Oberbürgermeister Jörg Lutz und Obergildenmeister Jörg Roßkopf köstlich über den Hauger Bühnenklamauk amüsierte.

Das Steigenberger Hotel „Stadt Lörrach“ empfahl der Räbbuur als Ausweichquartier für die Rathausbediensteten: „Alli Zimmer sind bereits igrichtet und sofort als Büro isatzbereit … un Bette hets au scho drin – es got ebe nüt über ä gsunde, tiefe Büroschloof.“

Im Übrigen: Die neue Bürgermeisterin dürfe von Glück sagen, dass sie „bi de Stadt isch und nit bim Kreis – bi sellerä Stüürgelderverbrennungs- und Verschleuderungsapparatur“.

„Mir sage Adje“

Eines darf wohl nicht wahr sein: Die „Dorfsümpfoniker“ – seit bald 35 Jahren Stimmungskanonen der Buurefasnacht – wollen aufhören oder zumindest eine schöpferische Pause einlegen. „Mir sage Adje“, sangen und spielten sie zum Finale des Zunftabends, der am Freitag eine Wiederholung erfährt.

Um etliche Zugaben kamen die Jungs nicht herum. Ernst Sütterlin, Uwe Blank, Martin Issler, Jürgen Maier und Fabian Trefzer waren mit Schwung, musikalischem Talent und Ideen schier unerreicht. Und diese Truppe will tatsächlich von der Bühne...?

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