Lörrach Fußverkehr kommt auf den Prüfstand

Foto: Kristoff Meller Foto: Die Oberbadische

Lörrach ist nach mehreren Anläufen in diesem Jahr vom Land für den „Fußverkehrscheck“ ausgewählt worden. Dabei bewerten Bürger, Politik und Verwaltung gemeinsam mit Experten die Situation des Fußverkehrs vor Ort. Doch nicht alle Stadträte freuen sich über die Teilnahme, wie die Diskussion im Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) gezeigt hat.

Von Kristoff Meller

Lörrach. Bei den Fußverkehrs-Checks bewerten Bürger sowie Verwaltung und Politik im Rahmen von Workshops und Begehungen im Dialog die Situation des Fußverkehrs in ihrer Kommune. Mit der Unterstützung eines Fachbüros erarbeiten sie Maßnahmenvorschläge, um die Wege zu Fuß künftig noch attraktiver und sicherer zu gestalten, schreibt das Ministerium für Verkehr. Ziel sei es, „den Fußverkehr in Politik und Verwaltung wieder als eigenständige und wichtige Mobilitätsform ins Bewusstsein zu rücken, konkrete Verbesserungen anzustoßen und einen Impuls für eine verstärkte Förderung des Fußverkehrs vor Ort zu setzen“.

Die Maßnahme wird vom Ministerium finanziert und wurde seit 2015 in 31 Kommunen in Baden-Württemberg durchgeführt, wie Klaus Dullisch, Fachbereichsleiter Straßen, Verkehr, Sicherheit, im AUT kürzlich vorstellte. Unterstützung erhält die Kommune dabei durch das Fachbüro Planersocietät aus Dortmund.

Die Stadt erhofft sich durch die Teilnahme laut Dullisch weitere Erkenntnisse und Grundlagen für das Verkehrsentwicklungskonzept. So soll unter anderem ein Status-Quo-Bericht zum Fußgängerverkehr erstellt und eine Stärken-Schwächen-Analyse durchgeführt werden. Am Ende soll ein Maßnahmenplan sowie Anregungen und Hinweise zur Stärkung der Fußverkehrs stehen.

Nach einem internen Vorgespräch, das bereits stattgefunden hat, ist am 16. Juli ein Auftaktworkshop geplant. Konkrete Begehungen sollen im September in Brombach und der Innenstadt stattfinden. Dabei werden laut Dullisch diverse Straßenquerungen, der Bahnhofsvorplatz sowie die Neugestaltung der Palm- und Turmstraße und der Anschluss an die Fußgängerzone unter die Lupe genommen werden.

Im Brombacher Ortskern soll die Ortsdurchfahrt und die Geschäftszone sowie die Gebiete rund um den Hallenneubau, das Schöpflin-Areal und die Hellbergschule untersucht werden. Nach einem Abschlussworkshop am 14. November erscheint laut Dullisch im Winter ein Abschlussbericht.

Der Fachbereichsleiter wünscht sich für die Begehungen eine „bunte, lockere Mischung“ aus Bürgern, Verwaltungsmitarbeitern, Vertretern der Behinderten- und Seniorenverbände sowie Vertretern aus der Politik. „Jede Fraktion sollte vertreten sein“, so Dullisch, der auf „ein reges Interesse“ hofft.

Doch das Projekt stieß nicht bei allen Fraktionen auf positive Resonanz: Er sei „maßlos enttäuscht“, sagte Bernhard Escher (CDU) und fragte: „Hat die Stadt dafür die Personalressourcen?“ Dullischs Fachbereich arbeite nach eigener Aussage „am Limit“, habe aber offenbar genug Zeit, um das Projekt durchzuführen.

Heinz-Peter Oehler (SPD) hingegen konnte dem Fußverkehrscheck positive Aspekte abgewinnen. Gerade an Stellen wo Radfahrer und Fußgänger sich die Fläche teilen – wie in der Fußgängerzone – gebe es „einige Kritikpunkte“. „Wir sollten auch die Unterführungen ins Auge fassen, dort treten besonders viele Konfliktsituationen“ auf, sagte Oehler.

Natürlich binde das Projekt Ressourcen, sagte Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic. Gleichwohl sei es „eine glücklicke Fügung“, dass die Stadt in diesem Jahr für den Fußverkehrscheck ausgewählt wurde. Sie rechnet mit „gewinnenden Erkenntnissen“, die in das städtische Verkehrsentwicklungskonzept einfließen sollen. „Das passt in die großen Aufgabenstellungen, die wir vor uns haben.“

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