Lörrach Gärtnern ohne Torf

Zwei Moorfrösche. Foto: NABU/Klemens Karkow

Lörrach - Die Sonne scheint und es wird endlich wärmer. Jetzt im Frühjahr macht es besonders viel Spaß, im eigenen Garten oder auf dem Balkon bunte Blumen, Gemüse oder Kräuter zu pflanzen.  Der NABU Lörrach ruft die Bevölkerung auf, dabei nur torffreie Erde und regionalen Kompost zu verwenden. So könne jeder einen Beitrag nicht nur zum Schutz der Moore, sondern auch zum Schutz des Klimas zu leisten, heißt es in einer Mitteilung.

Insbesondere im Frühjahr steigt die Nachfrage nach Blumenerde. Dabei ist vielen Menschen nicht bewusst, dass sich in den Plastiksäcken mit der Aufschrift „Erde“ größtenteils Torf befindet – der Stoff, aus dem Moore bestehen. Rund zehn Millionen Kubikmeter Torf werden alleine in Deutschland jedes Jahr für den Gartenbau verbraucht, ein Drittel davon von Hobbygärtnern. Ohne es zu wissen, tragen somit viele dazu bei, dass unersetzliche Moorlandschaften verloren gehen.

Gefährdete Ökosysteme

Moore gehören zu den am stärksten gefährdetsten Ökosystemen Deutschlands. 95 Prozent der noch vor wenigen Jahrhunderten vorhandenen Moorflächen wurden bereits entwässert und gelten als „tot“. Große Mengen Torf werden aber auch verstärkt aus den baltischen Staaten importiert, wo der Moorschwund rasant voranschreitet. Nicht nur für viele seltene Pflanzen- und Tierarten, auch für das Klima hat der Torfabbau aber erhebliche Folgen. Werden Moore für den Torfabbau trockengelegt, werden in kurzer Zeit große Mengen klimaschädlicher Treibhausgase freigesetzt, die den Klimawandel beschleunigen.

„Fragen Sie deshalb bei Ihrem nächsten Einkauf nach torffreier Erde“, empfiehlt der NABU. „Fast alle namhaften Hersteller bieten mittlerweile komplett torffreie Produkte an, die zudem dauerhaft die Humus- und Nährstoffversorgung des Bodens verbessert, die Bodenstruktur fördert und die wichtigen Bodenlebewesen unterstützt.“   Weitere Infos: www.nabu.de/natur-und-landschaft/aktionen-und-projekte/torffrei-gaertnern/index.html Auskunft gibt auch Annette Windhausen, NABU Lörrach. E-Mail: windhausen@ nabu-loerrach.de

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