Die Landesarbeitsgemeinschaft Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg (LAG) hat sich gestern erstmals in Lörrach zu einem Arbeitstreffen eingefunden.

Lörrach. Die Veranstaltung des seit 1986 bestehenden Fachverbands konzentrierte sich auf die Frage, wie die mobile Jugendarbeit die Gruppe der jungen Flüchtlinge erreichen und zur Integration in die Gesellschaft beitragen könne. Laut Christine Hillig von der Stuttgarter LAG-Geschäftsstelle sind die mobilen Fachkräfte für alle jungen Menschen da, die von Benachteiligung betroffen sind und von anderen Einrichtungen nicht erreicht werden. Punks gehörten genauso hierzu wie rechtsgerichtete Jugendliche oder Flüchtlinge. Letztere werden von den Streetworkern etwa bei Behördengängen, der Vermittlung in Sprachkurse oder der Suche nach passenden Freizeitangeboten unterstützt. Arbeitsgrundlage ist nach den Worten von Hillig die persönliche Beziehung zwischen dem jungen Menschen und dem Streetworker, der sein Hilfsangebot an keinerlei Bedingungen knüpft.

Laut dem LAG-Vorsitzenden Mitja Frank ist die „Geh-Struktur“ das Besondere an der mobilen Jugendarbeit. Die Streetworker begeben sich in die Lebenswelt der Jugendlichen hinein und sprechen diejenigen an, die ihrer Meinung nach Unterstützung benötigen könnten, wie der Leiter der Jugendarbeit der Kaltenbach-Stiftung, Jan Funke, ausführte.

Bei Bedarf erbringen sie in einem zweiten Schritt niederschwellige Einzelhilfe zu individuellen Themen, die etwa die Familie, die Schule oder auch Probleme mit Drogen oder Gewalt betreffen. Einen dritten Arbeitsschwerpunkt bilden die Projektangebote für Cliquen. Und schließlich leisten die Fachkräfte so genannte „gemeinwesenorientierte Arbeit“. Sie zielt zum Beispiel darauf ab, die Beziehungen zwischen den Generationen in einem Quartier zu verbessern.

Frank betonte, dass die mobile Hilfe bei Flüchtlingen nicht anders konzipiert sein müsse als bei anderen Jugendlichen. Es gebe seit jeher sehr unterschiedliche Jugendgruppen. Ziel sei es, deren Akzeptanz untereinander zu fördern – zum Beispiel durch Veranstaltungen wie das Speed-Soccer-Turnier, das die Kaltenbach-Stiftung im Juni mit Fußballbegeisterten aus 15 Nationen durchgeführt hat. In Lörrach wird die mobile Jugendarbeit von drei Fachkräften geleitet, die sich 1,5 Vollzeitstellen teilen. Angesichts der begrenzten Zeit ist den Streetworkern laut Frank klar, dass sie vor allem eine „Kompass-Funktion“ besitzen. Es gehe darum, Kontakt aufzunehmen und die Jugendlichen in bestehende Systeme zu vermitteln.