Lörrach Gemeinsam agieren

 Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Das Regionale Raumkonzept „Wiesental 2040 +“ hat der Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) in seiner jüngsten Sitzung im Burghof einstimmig zur Kenntnis genommen und sich zu den gemeinsamen Zielen bezüglich der Verkehrs- und Siedlungsplanung bekannt.

Das Wiesental ist einer von zehn Korridoren in der Agglomeration Basel und strebt laut der Vorlage ein koordiniertes Vorgehen der Kommunen bei der Umsetzung der künftigen flächen- und infrastrukturrelevanten Entwicklungen an. Nina Philipp, Projektleiterin von Agglo Basel, stellte per Videokonferenz das Konzept sowie die geplanten nächsten Schritte vor. Allerdings war der Vortrag aus technischen Gründen in Teilen schwer verständlich.

Konkret geht es um „Themen, die keine kommunalen Grenzen kennen“, wie Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic ergänzte. Bei der Mobilität, insbesondere der Wiesentalbahn, der „Schlagader“, sei man schon „untergehakt, doch auch in anderen Bereichen sei der Wille vorhanden, „gemeinsam zu agieren“, betonte die Bürgermeisterin. Im Rahmen einer Selbstverpflichtungserklärung wollen die Kommunen laut der Beschlussvorlage unter anderem vereinbaren, in welcher Form sie die Ziele des Konzepts umsetzen werden und wie sie ihre Zusammenarbeit verstetigen. „Es wäre schließlich schade, wenn das in der Schublade verschwindet“, betonte Nina Philipp.

„Es ist wichtig, dass die Städte vernetzt sind“, befand auch Bernhard Escher (CDU) und wollte wissen, ob auf die Stadt weitere Kosten zukämen. Dies ist laut Neuhöfer-Avdic für 2021 nicht vorgesehen, mittelfristig könnten aber Kosten für vertiefende Studien anfallen.

Als vernetzte Partner das Wiesental „bestmöglich entwickeln“

Bei diesen Themen könne die Stadt nicht isoliert handeln, erklärte auch Matthias Koesler (FDP).­ Durch das Raumkonzept habe man als vernetzte Partner die Chance, „das Wiesental bestmöglich zu entwickeln“.

Eine der Handlungsempfehlungen ist die Zurückdrängung des Autos zu Gunsten des Nah-, Rad- und Fußverkehrs. Koesler wollte wissen, woher die Beteiligten die Gewissheit nehmen, dieses Ziel zu erreichen?

Nina Philipp zählte dafür zwei Möglichkeiten auf: Man könne den ÖPNV „attraktiver ausgestalten, damit die Bürger freiwillig umsteigen“, oder den motorisierten Individualverkehr „weniger attraktiv machen“ – etwa durch verkehrsberuhigte Bereiche und die Verringerung der öffentlichen Parkflächen im Innenstadtbereich.

Neuhöfer-Avdic verwies außerdem darauf, dass das Park&Ride-Konzept stärker ausgebaut werden soll. Eine Strategie sei es, Fahrzeuge mit Fahrziel Basel oder Lörracher Stadtzentrum auf den künftigen großen Park&Ride-Stellplatz beim Zentralklinikum zu lenken.

Christiane Cyperrek (SPD) wies darauf hin, dass laut dem aktuellen Raumkonzept anstatt des ursprünglich geplanten vierspurigen Ausbaus der B 317 bis Schopfheim („ein Wahnsinnsprojekt“) nur noch die punktuellen Engpässe an den Knotenpunkten beseitigt werden sollen. „Wie verbindlich ist das“, wollte Cyperrek wissen.

„Das regionale Raumkonzept ist anders als die Planungen auf Landesebene nicht verbindlich“, erwiderte Neuhöfer- Avdic. Gleichwohl hätten die Planer bei diesem „umstrittenen Punkt“ darauf hingewiesen, dass der Verkehrsfluss vor allem durch die Rückstaus an den Knotenpunkten wie dem „Hasenloch“ oder dem Kreisverkehr bei Steinen gehemmt werde. Die Planer hätten darum die Empfehlung geäußert, eher diese Punkte auszubauen, als einen langwierigen, vierspurigen Ausbau der Bundesstraße vorzunehmen.

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