Lörrach Gemeinsam das Klima schützen

An zwei Bauklotzsäulen veranschaulichten Otmar Donnenberg (l.) und Armin Bobsien, wie stark der CO2-Ausstoß bis 2050 sinken muss. Foto: Markus Greiß Foto: Die Oberbadische

Von Markus Greiß

Lörrach. „Es braucht 48 000 Klimaschutzmanager in Lörrach!“ Mit diesem Weckruf sensibilisierte Armin Bobsien, Co-Moderator des ersten Bürgeraktionsforums zum Thema Klimaschutz, die Teilnehmer am Montagabend im Nellie Nashorn für die Verantwortung jedes einzelnen Bürgers. Damit stieß er in dasselbe Horn wie die Klimaschutzmanagerin der Stadt Lörrach, Stefanie Lorenz.

Die Stadt hat das Aktionsforum ins Leben gerufen, um durch die tatkräftige Unterstützung der Bürger ihr Ziel einer klimaneutralen Kommune bis zum Jahr 2050 zu erreichen. Nach den Vorstellungen von Lorenz soll das Forum in einer „Bürger-Aktionsplattform Klimaschutz“ münden, auf deren Grundlage die Bürger selbst Klimaschutzprojekte entwickeln und umsetzen. Weshalb eine intensive Bürgerbeteiligung unerlässlich ist und die Stadt nur unterstützen kann, erläuterte das Moderatorenteam Armin Bobsien und Otmar Donnenberg vom Verein fesa an einem Säulendiagramm, das die Verteilung der klimaschädlichen CO2-Emissionen auf die verschiedenen Sektoren veranschaulichte.

Demnach sind der Verkehr, die Haushalte und die Wirtschaft in Lörrach für etwa je ein Drittel der Emissionen verantwortlich. Der Ausstoß der städtischen Gebäude ist im Verhältnis vernachlässigbar gering. Deshalb „geht klimaneutral nur mit den Bürgern“, wie die Leiterin des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz der Stadtverwaltung, Britta Staub-Abt, verdeutlichte. Und die Aufgabe ist gewaltig. Um die Folgen der Erwärmung beherrschbar zu machen, sollen gemäß den Zielen der Landesregierung bis 2050 der Energieverbrauch um 50 Prozent sinken, 80 Prozent der Energie aus erneuerbaren Energien gewonnen und 90 Prozent weniger Treibhausgase produziert werden.

Wie sich Bürger zusammen mit ihrer Gemeindeverwaltung auf den Weg machen können, zeigt das Beispiel des Städtchens Murg. Dort wurde 2012 die Initiative „Murg im Wandel“ ins Leben gerufen, die vier Vertreter zum Lörracher Forum schickte. Die Murger Initiative führt beispielsweise Energieberatungen durch, betreibt einen umweltfreundlichen „Bürgerbus“ und zeigt Wege auf, wie man laut Mitinitiator Karl Geck „bescheidener leben und Spaß dabei haben“ kann.

Ziel ist es nun, über das Bürgeraktionsforum in Lörrach eine ähnlich aktive Gruppe aufzubauen. Zu diesem Zweck trifft sich das Forum bereits am Dienstag, 24. März, zum zweiten Mal, um Themen, erste Projektideen und eine mögliche Organisationsform zu besprechen.

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