Lörrach Gemeinsam Großes geschaffen

 Foto: Adrian Steineck

Lörrach - John und Angelo setzen gerade konzentriert Steine in das Dach der Kirche. „Das ist wahrscheinlich das schwerste Projekt“, erklärt Angelo nicht ohne Stolz und meint dabei vor allem Dach und Turm der Kirche. Später wird das Gotteshaus aus Legosteinen gemeinsam mit anderen Gebäuden eine Stadt im Miniaturformat bilden.

Im Rahmen des Lego-Stadt-Wochenendes haben von Freitag bis zum gestrigen Sonntag 48 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren im evangelischen Gemeindehaus in der Alten Feuerwache 100 000 Legosteine verbaut. Auch wenn die Initiative dazu von der evangelischen Kirchengemeinde Lörrach ausging, war die Intention dahinter doch überkonfessionell, wie Gemeindediakonin Miriam Tepel im Gespräch mit unserer Zeitung sagt: „Lediglich die Altersgrenze sollte eingehalten werden.“

Unweit der Kirche aus Legosteinen ist eine Gruppe um Magdalena, Ramon und Timo gerade dabei, ein Stadion zu bauen. Die Fassade steht bereits, auch die meisten Sitze sind schon im Inneren des Fußballtempels angebracht. Dabei gehen die jungen Baumeister nicht immer streng nach Anleitung zu Werke. „Das Stadion verfügt jetzt auch über eine Stehtribüne, obwohl eigentlich überall Sitze vorgesehen sind“, erklärt Nico Raschka, einer der Helfer der Kirchengemeinde. Aber es soll bewusst den Kindern selbst überlassen bleiben, wie sie die Details der Bauwerke ausschmücken wollen.

An einem anderen Tisch entsteht eine Ritterburg – oder ist es nur eine Ruine? Ob es sich dabei um das Röttler Schloss handelt, will ein Mädchen auf Nachfrage nicht kommentieren. „Wer weiß?“, sagt es lachend. Überhaupt soll hier nicht Lörrach oder eine andere reale Stadt im Kleinformat entstehen, wie dies etwa im Hamburger Miniatur-Wunderland der Fall ist. „Die Kinder sollen auch ihre Fantasiehäuser bauen können“, umreißt Miriam Tepel das Prinzip.

Ähnlichkeiten mit realen Vorbildern bleiben dennoch nicht aus. So wächst an einem der Tische unverkennbar das Steigenberger-Hotel aus Lörrach in die Höhe. Das höchste Gebäude der Legostadt, der Y-Tower, hat dann hingegen wieder kein reales Vorbild. „Wir haben hier sicherlich mehr als 700 Legosteine verbaut“, sagt einer der fleißigen jungen Baumeister über den Turm.

Von der Kirche über die Polizeiwache bis zum Bahnhof und dem Zoo entsteht hier alles, was eine echte Stadt auch aufweist. Der Zug fährt sogar ganz stilecht mittels Elektronik auf den Gleisen. „Es geht darum, dass die Kinder erleben, wie etwas Großes entsteht, wenn sie alle an einem Strang ziehen“, sagt Gemeindediakonin Miriam Tepel. In den Baupausen gibt es wie auf einer echten Baustelle gemeinsame Mahlzeiten. Auch wird gemeinsam gesungen, und es werden Gedanken zu Jesus und Gott gesammelt.

Die Stadt selbst konnte gestern im Rahmen eines Familiengottesdienstes und auch später noch den ganzen Tag über von den Eltern und anderen Interessierten besichtigt werden. Am Sonntagabend sollte sie bereits wieder abgebaut werden. „Leider ist es nicht möglich, sie noch eine Woche stehen zu lassen, damit Besucher sie anschauen können“, sagte der Helfer Nico Raschka. Dennoch wird wohl jedes der Kinder mit Stolz und Freude daran zurückdenken, wie hier in gemeinsamer Arbeit etwas Besonderes entstanden ist.

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