Lörrach Gemeinsames Training mit Abstand

 Foto: Nils Straßel       

Lörrach - Durch nahezu wöchentliche Lockerungen der Corona-Verordnung kehrt der normale Alltag immer weiter zurück. Seit der gestrigen Wiedereröffnung von Fitnessstudios in Baden-Württemberg müssen Sportler sich nicht mehr mit Joggen oder Heimtraining begnügen. In den Studios – auch in Lörrach – gelten allerdings klare Schutzmaßnahmen.

Für Martin Seiler, den Inhaber des Maxx-Gesundheitszentrums und des Fixx-Fitnessstudios in Lörrach, war die coronabedingte Schließung eigenen Worten zufolge „eine finanzielle Katastrophe“, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte: „Wir rechnen für das Jahr 2020 mit einem Umsatzeinbruch von 35 Prozent.“ Um eine gewisse Liquidität aufrecht zu erhalten, bat er seine Kunden, ihre Mitgliedsbeiträge weiter zu bezahlen. „Fast alle haben das gemacht und uns enorm damit geholfen. Wir sind sehr stolz, solche loyalen Kunden zu haben“, äußerte sich Seiler begeistert und erklärte, was die Abonnenten im Gegenzug erhalten: „Zum Beispiel können sie die elf Wochen beitragsfreie Mitgliedschaft nachholen, wann immer sie möchten.“

Ähnlich gehen auch das Rückgrat-Center im Grütt sowie das Fitness-Loft in Stetten mit der Beitragssituation um, sagte Axel Grall, Geschäftsführer der Rückgrat Sport- und Gesundheitscenter GmbH, zu der die beiden Studios gehören.

Den Trainingsalltag bestimme nun eine Reihe von infektionsschützenden Maßnahmen: Trainingsgeräte wurden auseinandergestellt oder abgesperrt, Umkleiden und Duschen bleiben geschlossen, und die Sportler müssen alle Geräte sofort nach der Benutzung desinfizieren. Es gilt aber keine Maskenpflicht.

Fitnesskurse können weiterhin angeboten werden, wenn auch verkürzt und mit zehn Quadratmetern Sicherheitsabstand, erläuterte Grall: „Wir haben einen riesigen Raum im Fitness-Loft, in dem immer noch bis zu 40 Sportler gleichzeitig teilnehmen können. Jeder Kunde bekommt von uns eine Flasche mit Desinfektionsmittel, um nach dem Kurs seinen Platz zu desinfizieren.“

Eine Option sei außerdem – wie auch während der Schließung – bestimmte Kurse weiterhin online wahrzunehmen. Darüber, dass Kunden in Zukunft das Heimtraining dem Besuch des Fitnessstudios vorziehen könnten, macht sich Manuel Müller, der Leiter des Lörracher Rückgrat-Centers, aber keine Sorgen: „Unsere Mitglieder schätzen sehr das Live-Erlebnis im Studio und die persönlichen Korrekturen bei den Übungen. Darüber hinaus hat gerade die Pandemie gezeigt, wie wichtig Fitness und ein starkes Immunsystem sind. Zusammen mit dem Fakt, dass man mit Geräten ganz anders trainieren kann als zu Hause, gehen wir davon aus, bald wieder einen normalen Betrieb zu haben.“

Die Wiedereröffnung der Fitnessstudios in Nordrhein-Westfalen bereits am 8. Mai hat laut Axel Grall gezeigt, „dass in den ersten Wochen mit einem verhaltenen Neustart zu rechnen ist“. Dennoch sei man finanziell gut aufgestellt, um die Krise durchzustehen: „Wir sind auf alles vorbereitet und haben für die nötigen Hygienemaßnahmen nochmal große Investitionen getätigt. Durch das Weiterbezahlen der Beiträge haben uns unsere Kunden aber gezeigt, dass wir uns auf sie verlassen können und freuen uns, wieder mit ihnen trainieren zu können.“

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