Lörrach Gipfeli und Gipfelstürmer

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Die Familie Paul freut sich über den Preis (von links): die Juniorchefs Bernhard und Christoph Paul, Bettina Paul und Senior Bernhard Paul. Foto: Regine Ounas-Kräusel

Lörrach (ouk). Die Bäckerei Paul hat ihr Betriebs- und Wohnhaus in der Innenstadt um einen Anbau erweitert und spart nun dank moderner Technik 80 Prozent Energie, beziehungsweise fast 32 Tonnen CO2 ein. Dafür erhielt der Betrieb am Donnerstag eine Auszeichnung des Landes. Hannes Spieth von der Landesagentur für Umwelttechnik überreichte die mit 10 000 Euro dotierte „KEFF-Gipfelstürmer-Trophäe“ an Seniorchef Bernhard Paul und seine Familie.

„Wir haben uns riesig gefreut über den Preis“, sagte Bernhard Paul senior. Er habe nicht geglaubt, dass ein kleiner Handwerksbetrieb wie seine Bäckerei diesen bekomme. Der Preis werde jedes Jahr an Firmen vom Handwerker bis hin zur international tätigen High-Tech- Firma überreicht, sagte Hannes Spieth. Entscheidend sei das innovativste Konzept.

Die Bäckerei Paul wurde ausgezeichnet, weil das Konzept des Um- und Anbaus im Ganzen überzeugte. Im Jahr 2019 entschlossen sich Bernhard Paul und seine Söhne, der Konditormeister Bernhard Paul junior und der Bäckermeister Christoph Paul, ihre Produktionsstätte in der Innenstadt durch einen Um- und Anbau zu erweitern anstatt auf die grüne Wiese zu ziehen.

Neben dem alten Gebäude entstand ein fünfstöckiger Neubau in Holzbauweise, in dem sich auch Wohnungen befinden. Im Keller steht das energietechnische Herzstück: Eine neue Kälteanlage, die CO2 anstelle eines herkömmlichen Kältemittels nutzt.

Die Abwärme der Anlage wird vielfältig genutzt, wie Laudator Spieth hervorhob: Sie wird in die Heizzentrale des Anwesens eingespeist. Der alte Ölkessel wurde durch Wärmepumpen für Fußbodenheizungen in den Wohnungen ersetzt. Eine Solaranlage und die LED-Beleuchtung in der Produktion gehören ebenfalls zu den technischen Neuerungen.

Die Kälteanlage und ihre Abwärme nutzt die Bäckerei auch, um Teige in gezielt temperierten Kammern zu lagern. Damit Brote und Backwaren bekömmlich sind und Aroma entfalten, müssten Teige vor dem Backen bis zu 72 Stunden ruhen, erklärten Bernhard und Christoph Paul.

Die Bäckerei Paul beschäftigt aktuell 30 Mitarbeiter, einschließlich der drei Auszubildenden und verarbeitet pro Woche fast drei Tonnen Mehl. Dank eines Durchbruchs vom Alt- zum Neubau konnte die Fläche der Backstube verdoppelt und Arbeitsabläufe vereinfacht werden.

Der erste Landesbeamte Ulrich Hoehler dankte der Familie Paul im Namen von Landrätin Marion Dammann für ihr zukunftsweisendes Engagement als Ausbildungsbetrieb und beim energieeffizienten Umbau. Gerade die kleineren Betriebe hätten großen Anteil am Klimaschutz im Landkreis, sagte er.

Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic lobte das „rundum durchdachte“ Konzept. Sie bezeichnete das Bauprojekt der Bäckerei Paul als gutes Beispiel für die städtebaulichen Ziele der Stadt: Eine Mischnutzung mit Geschäften und Wohnungen solle die Innenstadt am Tag, aber auch abends, beleben. Auch das Bauen mit Holz, als einem Rohstoff aus der Region, beschäftige die Stadt.

An der Preisverleihung nahmen zudem Vertreter der Energieagentur Südwest, der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden und der „Wirtschaftsregion Südwest“ teil.

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