Lörrach Gramespacher fordert Solidarpakt

Treue zur Stadtmusik (v.l.): Bezirksvorsitzender Peter Häßler mit den Geehrten Karl Rügamer, Günter Prick und Irene Gutmann, Oberbürgermeister Jörg Lutz sowie dem Geehrten Joachim Längst Foto: Peter Ade Foto: Die Oberbadische

Harmonie und gutes Miteinander prägen das Leben in der Stadtmusik. In der Hauptversammlung präsentierte der Vorstand eine makellose Jahresbilanz. „Die weitere Entwicklung der Kulturarbeit sollten wir trotzdem scharf im Auge behalten“, hieß es.

Von Peter Ade

Lörrach. „Den roten Alarmknopf müssen wir nicht drücken – wachsam sein schon“, beleuchtete Vorsitzender Daniel Gramespacher den andernorts vielfach rückläufigen Bestand an Aktiven. Die Auflösung der Feuerwehrmusik Haagen bedauerte er ausdrücklich. „Vielleicht hätten wir früher helfend aktiv werden müssen“, merkte er selbstkritisch an.

Verein gut aufgestellt

Derweil ist die Stadtmusik in musikalischer, wirtschaftlicher und logistischer Hinsicht gut aufgestellt. Oberbürgermeister und Präsident Jörg Lutz lobte das Ensemble als Aktivposten in der Stadt und sympathischen Botschafter im In- und Ausland.

Um Personalprobleme erst gar nicht aufkommen zu lassen, regte Lutz an: „Motivieren Sie neu zugezogene Bürger und machen Sie klar, dass es Spaß macht und bereichernd ist, in der Gemeinschaft mitzuwirken.“

Verband in Sorge

Zuvor zitierte Gramespacher einen Besorgnis erregenden Bericht des Bundes Deutscher Blasmusikverbände, wonach in den vergangenen zehn Jahren 23 Vereine im Land aus unterschiedlichen Gründen aufgelöst werden mussten. „Uns geht es vergleichsweise gut – wir sind finanziell und personell ordentlich aufgestellt“, verwies der Vorsitzende auf intensive interne Anstrengungen, attraktive Reise- und Konzertprogramme und eine gute Kooperation mit den anderen drei Lörracher Musikvereinen.

„Dauerhaft leuchten“

Kulturförderung, so Gramespacher, dürfe nicht länger freiwillig sein, ansonsten werde „Heimat zum Zufall“. Wörtlich: „Damit gern gesehene Leuchttürme nicht nur aufflackern, sondern dauerhaft leuchten, braucht es den Solidarpakt aus Kultur und Musikvereinen, die bis jetzt nur außerhalb des Pflichtunterrichts in die Ganztagsschule einbezogen sind.“

Die Arbeit der Musikvereine muss nach den Worten des Vorsitzenden integraler Teil einer dualen Grundschule werden. Der „Patient Musikverein“ sei nicht von innen heraus, sondern aufgrund der Rahmenbedingungen krank geworden. Um entgegenzuwirken, brauche es keinen Mut, sondern politischen Willen.

Appell an Musikschule

„Wir brauchen musikalischen Nachwuchs von der Musikschule“, forderte Dirigent Ulrich Winzer. Die Schule müsse ihren soziokulturellen Auftrag wahrnehmen und dafür sorgen, dass traditionsreiche Musikvereine nicht aussterben.

Unter dem Beifall der Mitglieder erklärte Winzer: „Jeder konzertante Auftritt der Stadtmusik ist ein Geschenk an die Allgemeinheit. Das muss so bleiben.“ Der Dirigent forderte eine intensive Zusammenarbeit mit der Musikschule. Es dürfe seitens der Schule nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben: „Wir brauchen klare Zusagen.“

Die Stadtmusik hat zurzeit 43 Aktiv- und 242 Passivmitglieder. Winzer leitet die Aktiven und das Jugendorchester. Niels Faltum hat die Orchester-Kids mit 21 Kindern übernommen. Die zurzeit 18 Orchesterteenies werden von Ellen Winzer dirigiert.

Vorstand bestätigt

Bei den Wahlen wurde Daniel Gramespacher als Vorsitzender bestätigt. Benedikt Walter bleibt als sein Stellvertreter auch für die Finanzen zuständig, Alexander Ziegler für Organisation, Mathias Venker für Jugendarbeit und Heiko Kussmann fürs Marketing.

Ehrungen

40 Jahre aktiv: Irene Gutmann; 25 Jahre aktiv: Joachim Längst; 20 Jahre aktiv: Claudia Zettler; zehn Jahre aktiv: Andrea Geiser, Irene Gutmann,

Philipp Jourdan 50 Jahre passiv: Gertrud Kerrom, Horst Präg, Günter Prick, Karl Rügamer; 40 Jahre passiv: Brunhilde Bürgin, Rudolf Lacher, Heinrich Spingies

25 Jahre passiv: Erika Brogle, Klaus Brunner, Heidi Engler-Ludin, Rudolf Griesbaum, Brunhilde Hanisch, Norbert Isemann, Stefan Jansen, Klaudia Klein, Erika Moll, Thilo Moll, Eva-Maria Pernak, Thomas Schwind, Karl-Frieder Speck, Barbara Steinbrunner, Kurt Steinbrunner, Robert Wendel, Ursula Winkelmann

Treue Probenbesucher: Erwin Bannwarth, Mathias Venker, Ellen Winzer, Lily Winzer, Claudia Zettler, Alexander Ziegler (je zwei Fehltage), Claudia Gramespacher, Daniel Gramespacher (drei Fehltage), Georg Becker, Leonardo Corciulo, Karin Meier (vier Fehltage), Martin Meier (fünf Fehltage)

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