Lörrach Lutz: Fridolinschule kann Unterricht aufnehmen

Die gestern und heute geschlossene Fridolinschule könne ihren Betrieb am Montag wieder aufnehmen. Dies gehe aus dem Bericht des Gutachters hervor, der das Gebäude am Donnerstag in Augenschein genommen hat, gab   Oberbürgermeister Jörg Lutz gestern Abend im Hauptausschuss bekannt. Zwar seien einige „Kleinigkeiten“ am Schulgebäude zu erledigen, doch dies könne bereits am Samstag geschehen. 

Von Bernhard Konrad und Guido Neidinger

Wie sich Christine Mörth,  Rektorin von Lörrachs größter Grundschule, zur Einschätzung des Gutachters  verhalten wird, war gestern Abend nicht mehr zu erfahren.

Sicher ist, dass auch am heutigen Freitag ein Ersatzbetrieb   in der Neumattschule und der Kaltenbach-Stiftung organisiert wird. „Alle Kinder können zu den gewohnten Unterrichtszeiten an die Fridolinschule kommen. Dort werden sie durch Lehrkräfte empfangen und weitergeleitet.   Kinder, die im Anschluss an die Schule in der Schulkindbetreuung angemeldet sind, werden vormittags von den Lehrkräften in der Kaltenbach-Stiftung unterrichtet und nachmittags vom Personal der Schulkindbetreuung dort betreut. Das Mittagessen wird ebenfalls dort angeboten“,  teilt die Stadt mit.

Noch am Donnerstagmorgen  zeigte sich eine ungewohnte Szenerie im Stadtteil. Gähnende Leere auf dem Gelände der Fridolinschule. Schüler, Lehrer und Eltern versammelten sich stattdessen auf dem gegenüberliegenden Parkplatz, wo der Elternbeirat  eine Unterschriftenaktion gestartet hatte, um   Mörth den Rücken zu stärken. Diese hatte am Mittwoch wegen massiver Sicherheitsbedenken die vorläufige Einstellung des Schulbetriebs angekündigt.  Sie könne angesichts etlicher baulicher Mängel „die Verantwortung für die Sicherheit der Schüler nicht mehr übernehmen“, sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung.
Über 30  Schüler marschierten deshalb gegen 8.30 Uhr  mit den Lehrern  zur   Kaltenbach-Stiftung, wo schon gestern Betreuung  und Spielmöglichkeiten angeboten und die Kinder mit einem Mittagessen versorgt wurden. 

Während der Elternbeirat rund 50 Unterschriften sammelte, sprachen  Eltern der Schulleiterin Mut zu.  Lehrerin Susanne Frank betonte ebenfalls, dass im Kollegium Konsens darüber bestehe, Mörths Entscheidung  zu unterstützen. Auch von den anderen Schulleitern  habe sie Signale der Unterstützung erhalten, sagte Mörth.

Am Mittwochabend hatte sich  Lutz, der  zuvor deutliche Kritik am  Vorgehen   Mörths geäußert hatte,  auf seiner Facebook-Seite erklärt:  „Unser Problem: Die Stadt hat viiieeel zu wenig Geld  und Mitarbeiter, um von der Albert-Schweitzer-Schule über das HTG, Hebelgymnasium und dem 3. Gymnasium bis zum Waldorfkindergarten und dem Evangelischen Kindergarten in Haagen und der Hellbergschule alles so zügig zu erledigen, wie es die Nutzer gerne hätten. Alleine für die Schulen liegen Anmeldungen von rund 55 Millionen  vor. Wir werden also das Sicherheitsthema bei allen Objekten noch vordringlicher bearbeiten. Dafür muss dann anderes warten.“

Mehr Verständnis, so Mörth, hätte auch sie sich  für ihr Vorgehen gewünscht. Denn in der Summe, so die Schulleiterin mit Blick auf die  Mängelliste,  sei an der Fridolinschule einfach zu viel zusammengekommen.

Am  Donnerstagnachmittag veröffentlichte die Stadt  eine   Medieninformation mit dem Staatlichen Schulamt. Darin heißt es:   „Nach der gutachterlichen Klärung werden Stadt,  Schulamt, Schulleitung und Elternvertretung gemeinsam   das weitere Verfahren festlegen und bekannt geben.“  Die Verwaltung   habe „alle vorgeschriebenen turnusmäßigen Begutachtungen wie Brandverhütungsschau und Arbeitsschutzbegehungen regelmäßig durchgeführt. Notwendige Maßnahmen wurden umgesetzt oder sind eingeplant worden“, so die Mitteilung. Die veralteten Deckenleuchten mit Kondensatoren würden am Wochenende durch LED-Lampen ersetzt.

 Die gute Nachricht für  Sportvereine: „Der Vereinssportbetrieb ist von der Schließung der Schule nicht betroffen.“

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