Lörrach Hart, metallig – und friedlich

Das Festivalvolk: „headbangend“ in der ersten Reihe Foto: Die Oberbadische

Von Gerd Lustig

Lörrach. So martialisch der Titel auch klingt und so furchteinflößend die Blicke und Outfits von Besuchern wie Akteuren zum Teil sind: „Baden in Blut“ (BiB), eines der größten Heavy-Metal-Festivals in Südbaden, ist und bleibt ein friedliches Zusammenkommen eines großen Haufens Gleichgesinnter.

Alle stehen nämlich auf eine besondere Art von Musik, und zwar frei nach dem Motto: je härter, metalliger, trashiger und voluminöser, desto besser. Und so war es auch jetzt wieder bei der mittlerweile elften Auflage des Festivals, wie immer perfekt organisiert vom Verein „Metal Maniacs Lörrach“ um den Vorsitzenden Jürgen Hamel. Erstmals war das Festival sogar bereits knapp zwei Wochen vor Beginn ausverkauft, sprich: Nach gut 1150 Tickets im vergangenen Jahr wurde jetzt ein neuer Rekord aufgestellt. „Ein Riesenerfolg für unsere Veranstaltung“, freute sich Hamel, der sich und sein engagiertes Team damit auf dem richtigen Weg sieht. Und an den Planungen für die nächsten Jahre ist der Verein bereits feste dran.

Die Koordinaten für BiB sind dabei schon lange festgelegt. Zwölf Stunden lang gibt’s von neun Bands ordentlich was auf die Ohren. Diesmal kamen die Formationen von Brasilien über Norwegen und Island bis aus Griechenland und Israel. Mit „Accuser“ und „Circus of fools“ waren auch zwei deutsche Gruppen dabei. Der absolute Headliner war zweifelsohne aber die Band „Sepultura“, „Wir sind mächtig stolz drauf, dass wir die verpflichten konnten“, gestand Hamel. Die Brasilianer sind inzwischen seit 30 Jahren im Geschäft und genießen einen exzellenten Ruf in der Szene. Und auch jetzt verwandelten sie die Arena im Grüttpark zu vorgerückter Stunde im Nu in einen Hexenkessel.

Doch nicht nur hier wurde ausgelassen und extrovertiert, aber absolut friedlich gefeiert.

Von Beginn zeigt sich das Festivalvolk „headbangend“ und bewegungswütig und prächtig in Stimmung. „Wir sind eigens wegen „Accuser“ ziemlich früh gekommen“, bekennt beispielsweise Sebastian Kulpa aus Lörrach. Doch es habe sich gelohnt. Der 18-jährige Schüler des Technischen Gymnasiums feierte mit Freunden seinen 18. Geburtstag. „Es ist einfach geil hier“, lautete schließlich sein kurzer Kommentar.

Eines ist bei dem Festival aber klar: Schwarz, Rabenschwarz und nochmals Schwarz, das ist die Farbe, die am Samstag das Lörracher Grütt absolut dominierte. Wer anders gekleidet kommt, ist selber schuld. Denn schwarze Klamotten gehören ganz einfach dazu, ja sind geradezu Pflicht. Doch was heißt hier schwarze Kleidung. Angefangen von Tattoos und Piercings über Löwenmähnen und Stiefel bis hin zu Schweiß, Nieten und Schminke, kurzum: Es gibt das volle Programm.

Dabei spielte es auch diesmal keine Rolle, ob man eine Karte für das Innengelände ergattert hatte oder nicht. Denn zu „Baden in Blut“ kommen auch jene Fans gerne, die außerhalb der eigentlichen Musikarena bleiben müssen. Schließlich ist der Sound laut genug, dass man auch draußen noch genügend davon mitbekommt. Wie immer kamen die Besucher außerhalb des Bühnenbereichs wieder in einer Art kleinem Dorffest zusammen. Ob Chillen, Abrocken, Essen, Trinken und Plaudern, alles ist möglich. „Und das ist es ja auch, was die meisten unserer Gäste an diesem Festival so schätzen“, weiß Cheforganisator Hamel.

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