Lörrach Hebel kein verstaubter Typ

Die Oberbadische

Von Peter Ade

Lörrach. Johann Peter Hebel ist trotz seiner 255 Jahre kein verstaubter Typ. Das Erbe des Dichters und Theologen aus Basel, Lörrach und dem Wiesental lebendig zu halten, ist Herzenssache des Hebelbundes, der auch in diesem Jahr mit einem reich gefüllten Veranstaltungsreigen aufwartet.

„Wir fahren auf drei Schienen“, erläutern Präsident Hans-Jürgen Schmidt und sein Vize Volker Habermaier im Pressegespräch den Programmaufbau. „Unbestrittener Höhepunkt“ sei der Hebelsonntag am 3. Mai, der mit einem musikalisch umrahmten Festgottesdienst um 10 Uhr in der evangelischen Stadtkirche beginnt.

Im Anschluss wird um 11 Uhr im Dreiländermuseum das Schatzkästlein (Hebeldank) an eine verdiente Persönlichkeit aus dem alemannischen Sprachraum verliehen. Das Referat hält Niklaus Peter, Pfarrer am Fraumünster zu Zürich. Sein Thema: „Ehrwürdig gerosteter Glaube – ein Hemdlein fürs nackte Evangelium? Johann Peter Hebels dichterische Religion und Theologie.“

Bereits am kommenden Sonntag (15. März, 17 Uhr) starten im Dreiländermuseum die Literarischen Begegnungen mit einem „Basler Abend“. Gäste sind die Autorinnen Daniela Dill und Hilda Jauslin mit Lesungen in Hochsprache und Mundart.

„Exotisches bei Hebel“ untersucht Professor Alexander Honold bei der zweiten Literarischen Begegnung am Sonntag, 28. Juni. Der Vortrag ist betitelt: „Der fremde Blick, das trügerische Wort und der vertraute Sinn.“

„Volles Haus“ erwartet der Hebelbund am Sonntag, 27. September, zur „Begegnung“ des Zürcher Schriftstellers und Kabarettisten Franz Hohler mit dem Dichterfürsten aus dem Wiesental. Hohler erhielt 2014 den Hebelpreis. „Humanität, Spannung und Gesellschaftskritik verbinden sich in seinem Schreiben auf einzigartige und unverkennbare Weise“, befand seinerzeit die Jury.

Ein „Elsässer Abend“ schließt die diesjährige Reihe der Literarischen Begegnungen am Sonntag, 22. November. Zu Gast sind die Dichter Edgar Zeidler und Jean Christophe Meyer sowie die Liedermacher und Sänger Jacqueline und André Baumert. Sie haben sich auf ihre Fahne geschrieben, die alemannische Sprache auch im Elsass zu bewahren.

„Mit Hebel unterwegs“ lautet das Motto eines Besuchs im neu gestalteten Hebel-Literaturmuseum in Hausen im Wiesental am Sonntag, 20. September. Das Schmuckstück soll auch der Schuljugend dienen. Ziel des Projekts, so die Museumspädagogin Heike Kramer, sei es, das Haus zu einem modernen und spannenden außerschulischen Lernort zu machen.

Weitere Hebelveranstaltungen in der Region sind ein „Abendschoppen“ der Basler Hebelstiftung am Dienstag, 5. Mai, 18 Uhr, mit einer Lesung der jungen Romanautorin Silvia Tschui. Das traditionelle Hebelwochenende mit Verleihung der Hebelplakette 2015 findet von Freitag bis Sonntag, 8. bis 10. Mai, in Hausen im Wiesental statt.

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