Lörrach Heimspiel für den Botschafter

Waltraut Hupfer (l.) führte den Schweizer Botschafter Paul R. Seger mit dem Bundestagsabgeordneten Armin Schuster und Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic durch das Dreiländermuseum. Foto: Willi Vogl Foto: Die Oberbadische

Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Armin Schuster besuchte der Schweizer Botschafter Paul R. Seger gestern die Grenzregion und machte auch Station im Dreiländermuseum.

Von Willi Vogl

Lörrach. Als Bürger von Basel mit einem Großvater aus Zell im Wiesental und einer Großmutter aus den Vogesen hatte Seger im Dreiländereck ein Heimspiel. Waltraut Hupfer begrüßte Seger in Begleitung von Schuster und Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic.

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums verdeutlichte in ihrem historischen Überblick, dass das Museum selbst ein geschichtlich bedeutender Ort des Dreiländerecks ist, lehrte doch hier der alemannische Dichter und Theologe Johann Peter Hebel. Im Dachgeschoss ist ihm ein eigener Raum gewidmet.

Das Haus war zunächst Heimatmuseum, dann Museum am Burghof und wurde vor einigen Jahren schließlich zum Dreiländermuseum. Damit wurde der Ausstellungsfokus laut Hupfer immer stärker auf das Dreiländereck gelegt. Mindestens einmal jährlich findet inzwischen zusammen mit den zahlreichen Netzwerkpartnern eine trinationale Ausstellung statt. So wird das Dreiländermuseum auch für das Ausstellungsprojekt „Rhein“ im Jahr 2022 wieder der Motor sein.

„Man könnte annehmen, dass die Zusammenarbeit mit der Schweiz bereits bestens funktioniert. Dabei möchte ich zusammen mit der Landrätin und den hiesigen Bürgermeistern der Frage nachgehen, was man noch besser machen könnte“, beschrieb Armin Schuster seine Motivation für die Einladung des Schweizer Botschafters.

„Was für unsere Seite gut ist, ist auch für diese Seite gut. Miteinander geht’s besser“, zeigte sich Seger offen. Mit dem Triregio-Ticket der Bahn aus Basel nach Lörrach angereist, zeigte sich der Botschafter bereit für gemeinsame Handlungsperspektiven.

Kreativ und humorvoll führte Museumspädagogin Susanne Raible die kleine Delegation durch die Räume der zweisprachigen Sonder- und Dauerausstellung. Hier erfährt man gleichsam im Vorbeigehen historisch Interessantes über die Herren von Rötteln, über den Schwarzwälder Bollenhut, den Schweizer Käse oder das französische Baguette.

Konfrontiert wird man aber auch mit der regionalen Ausprägung des Nationalsozialismus. Dies sei für die zahlreichen jugendlichen Besucher besonders wichtig, während „der Ausstellungsfokus auf die Nachkriegszeit vor allem für die ältere Generation einen hohen Erinnerungswert habe“, erläuterte Raible.

Beim Blick auf das Bild, auf dem 1848 in Lörrach die Deutsche Republik ausgerufen wird, äußerte Schuster die Ansicht, dass der damalige revolutionäre Geist auch bei Bürgerbegehren vor Ort heute noch nachwirke. So sei das „Nai hämmer g´sait“ beim Bau der Rheintalbahn eine Haltung, die selbst der Bundesregierung Respekt abgenötigt habe. „Wenn man in beiden Städten lebt, stellt man fest, dass Berlin mehr von Lörrach lernen kann, als umgekehrt“, betonte Schuster.

Der spannende museale Blick auf Unterschiede und Übereinstimmungen in den drei angrenzenden Ländern mündete in das Statement von Neuhöfer-Avdic:ć „Wir stehen für Vielfalt.“ Am Ende stand im Gedankenaustausch mit Seger der Wunsch nach weiteren wechselseitig förderlichen Projekten.

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