Lörrach Hilfe für Flüchtlinge

Ousman Jallow (rechts) wurde von Simon Geiger ermutigt, sich den Besuchern vorzustellen. Foto: Gottfried Driesch Foto: Die Oberbadische

Von Gottfried Driesch

Lörrach. Die ersten 18 Asylsuchenden sind in die Gemeinschaftsunterkunft Gretherstraße eingezogen (wir berichteten). Aber wie geht es nun weiter? Unter dem Titel „Flüchtlinge vor unserer Haustür“ hatte die evangelische Gemeinde an der Christuskirche am Donnerstag zu einem Info-Abend in das Gemeindehaus eingeladen. Der Vorsitzende des Ältestenkreises, Klaus Hannemann, moderierte den Abend.

Über das Prozedere des Asylverfahrens und seine direkten Aufgaben in Lörrach berichtete Simon Geiger vom Flüchtlingssozialdienst des Diakonischen Werkes. Seit 1. September ist Geiger für die Sozialbetreuung der Asylbewerber in Lörrach zuständig. „Ich muss mich erst in die Rechtsmaterie einarbeiten“, gestand Geiger. Da er über kurz oder lang rechtliche Probleme auf die Asylsuchenden zukommen sieht, arbeitet er bereits eng mit einer Rechtsanwältin zusammen. „Nachdem die Bundesregierung Serbien als sicheres Herkunftsland eingestuft hat, wird auf die serbische Romafamilie, die kürzlich in die Gretherstraße eingezogen ist, sicherlich die Abschiebung zukommen“, vermutete der Sozialbetreuer.

Geiger hatte zwei der zehn Männer aus Gambia, die ebenfalls kürzlich in die Gemeinschaftsunterkunft eingezogen sind, mitgebracht. Ousman Jallow, er spricht am besten Englisch, bedankte sich für die Aufnahme. Er habe schon viele freundliche Menschen in Lörrach getroffen.

In der gut besuchte Veranstaltung wurden konkrete Fragen laut, wie man aktuell den Flüchtlingen helfen könne. Das Mobiliar der zwei bezogenen Wohnungen ist noch provisorisch. Die vom Landratsamt bestellten Möbel sollen aber in den nächsten zwei Wochen geliefert werden. Dringend benötigt wird warme Herren-Winterbekleidung. Da sei auch in den diversen Kleiderkammern nicht viel zu finden.

Ab Januar soll das derzeitige Gutscheinprinzip – die Asylbewerber bekommen Gutscheine für Lebensmittel, die nur in wenigen Geschäften eingelöst werden können – auf Geldleistungen umgestellt werden. Dies diene auch zur Herstellung der Würde der Flüchtlinge. Es ist geplant, bis Sommer 2016 schrittweise 24 Wohnungen für bis zu 100 Menschen in der Gretherstraße bereitzustellen.

Als Ansprechpartner für Hilfeleistungen stellte sich der „Freundeskreis Asyl Lörrach“, der sich im Juli auf Betreiben engagierter Lörracher gegründet hatte, vor. Ansprechpartner ist der Initiator Klaus Nack, Tel. 07621/277 270. Hilfe in allen Bereichen von Sachspenden über Freizeitgestaltung bis zur Sprachförderung werde noch dringend gesucht. Zum Thema Patenschaften mit Flüchtlingen findet am 19. November in der Baptistengemeinde, Feldbergstraße 12, um 19.30 Uhr ein Infotreffen statt. Ferner veranstaltet der Freundeskreis Asyl am 29. November ab 18 Uhr eine Benefizgala in der Freien evangelischen Gemeinde Lörrach.

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