Lörrach Hoffen auf Entspannung

Wohnraum in Lörrach wird immer teurer. Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Die Immobilienpreise in Lörrach kennen seit vielen Jahren nur eine Richtung: nach oben. Dies wurde am Donnerstag bei der Präsentation des Jahresberichts über das Marktgeschehen deutlich (wir berichteten).

Vorgestellt wurde der Jahresbericht im üblichen zweijährigen Turnus von Thomas Welz. Er ist Leiter des Fachbereichs Vermessung im Rathaus und Vorsitzender des Gutachterausschusses. Dem Jahresbericht liegen Zahlen aus mehr als 2000 Immobilien-Kaufverträgen zugrunde. Somit handelt es sich um einen sehr realitätsnahen Lagebericht.

„Wir sind auf einem guten Weg“, betonte Oberbürgermeister Jörg Lutz. Damit meinte er: Es wird mehr gebaut. Ob das reicht, um den Wohnungsmangel zu beheben und ausreichend Wohnraum auch für Normalverdiener bereitzustellen, ist noch nicht sicher.

Dass es überhaupt zu dieser eklatanten Schieflage mit einem „extrem überhitzen Wohnungsmarkt“ (Margarete Kurfeß, Grüne) gekommen ist, versuchte Uwe Claassen (Freie Wähler) zu erklären: „Die Zahlen des Statistischen Landesamtes vor neun Jahren besagten, dass der Bedarf zurückgeht. Das hat zu Fehlentwicklungen geführt.“

Die Zeche für diese Fehlentwicklungen müssen die Käufer jetzt zahlen. Baugrundstücke sind, wenn überhaupt zu haben, sehr teuer. Wohnungen, vor allem Altbauwohnungen sind so kostspielig wie Neubauwohnungen noch vor wenigen Jahren. Selbst Besserverdiener haben kaum noch eine Chance mehr auf ein Eigenheim.

Patentrezepte, wie das Problem zu lösen ist, hatte im Gemeinderat niemand. Oliver Lehmann (CDU) schlug vor: „Wir müssen schnellstmöglich das Bauen in die Höhe annehmen.“ Es dürfe nicht sein, dass nur Grenzgänger sich noch ein Eigenheim leisten könnten.

Günter Schlecht (SPD) bezeichnete die Preisentwicklung als „dramatisch“ und forderte: „Es muss auf allen Ebenen gehandelt werden.“ Margarete Kurfeß meinte: „Es reicht nicht, nur Wohnflächen auszuweisen. Wir müssen uns überlegen, wie wir die hohen Baukosten in den Griff bekommen.“

Eine „dramatische Verbesserung“ sieht indes Uwe Claassen in fünf Jahren durch die erhöhte Bautätigkeit. Er mutmaßte: „Vielleicht sinken dann sogar die Preise.“

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