Lörrach Hommage an großartige Frauen

Mit dem Stadtbuch 2019 (v.l.): André Marker, Susanne Baldus-Spingler, Alexander Fessler, Jörg Lutz, Markus Moehring, Andreas Lauble, Sarah Czerwenka, Lars Frick und Hubert Bernnat Foto: Ade Foto: Die Oberbadische

Von Peter Ade

Lörrach. Starke Frauen aus Zeitgeschichte und Gegenwart stehen im Mittelpunkt des soeben erschienenen Lörracher Stadtbuchs 2019. Das 240 Seiten starke Werk wurde der Öffentlichkeit am Montag im Forum der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden vorgestellt und erntete viel Lob.

„Man muss es einfach gesehen und gelesen haben“, schwärmte Vorstandsvorsitzender André Marker als Gastgeber der Vernissage. Die Sparkasse habe die Drucklegung „sehr gerne“ unterstützt. „Wir haben das Geld gegeben, andere haben dafür tolle Leistung erbracht“, so Marker mit Blick auf das engagierte Redaktionsteam.

„Ich bin begeistert“, erklärte Oberbürgermeister Jörg Lutz nach einer ersten Durchsicht der Publikation. Obendrein freue er sich, dass viele Gäste zur Vernissage gekommen seien. Als prominentesten Besucher begrüßte er Theodor Ludwig Heuss, einen Enkel des einstigen Bundespräsidenten Theodor Heuss, der zu Lebzeiten immer wieder in Lörrach weilte.

Neuen Weg beschritten

„Wir sind einen neuen Weg gegangen“, skizzierte der Rathauschef das Zustandekommen der 25. Auflage des Jahrbuchs, das seit letztem Jahr den neuen Titel „STADTbuch“ trägt und nunmehr in alleiniger Herausgeberschaft der Stadt erscheint. Lutz dankte dem Redaktionsteam und betonte: „Viele Städte beneiden uns um ein so aktives und kompetentes Team und die guten Autoren.“

Das Werk gliedert sich in die Rubriken Stadtthema, Stadtleben und Stadtchronik. Hauptthema: „Starke Frauen“ und 100 Jahre Frauenwahlrecht. Fachbereichsleiter „Kultur und Tourismus“ Lars Frick erinnerte an bedeutende Frauen wie Minna Vortisch und Lisa Rees, die sich vehement für die Rechte des weiblichen Geschlechts eingesetzt haben.

Als Pionierinnen der Gegenwart erwähnte er unter anderem Inge Gula, die 1989 in Haagen als erste Frau zur Ortsvorsteherin eines Lörracher Teilorts gewählt wurde, und Altstadträtin Ursula Vollmer.

Eine mutige Ärztin

Als weitere namhafte Persönlichkeit schilderte Frick das Leben und Wirken der Kinderärztin Annemarie Schier, die sich während der Nazi-Herrschaft couragiert für Juden eingesetzt hat. „Sie schrieb Kinder krank und erlöste sie damit vor der Teilnahme an den NS-Organisationen und verhalf vielen zur Flucht in die Schweiz.“

Altstadträtin Gisela Talke erwähnte Frick unter anderem als treibende Kraft bei der Gründung der sozial ausgerichteten Lörracher Bürgerstiftung. Nicht unerwähnt blieb die Pädagogin Jutta Krauel, die sich eindrucksvoll in Bildungsarbeit, Kultur und Politik eingebracht hat.

Die Tüllinger Heimatdichterin Elise Resin wird im Kulturbereich ebenso gewürdigt wie die Regisseurin Karin Maßen für ihr Engagement im Freien Theater „Tempus fugit“. Sportliche Größen waren und sind die Turnerin Heidi Bieg und die Radrennfahrerin Clara Koppenburg.

Jung und engagiert

Als „zwei junge, engagierte Frauen“ bezeichnete Frick die Lörracher Mitinitiatorinnen der „Fridays for Future“-Bewegung, Katrin Engler und Océane Delin. Sie hätten Mut bewiesen, um sich für Umweltschutz und den Erhalt des Klimas einzusetzen.

Hubert Bernnat und der stellvertretende Fachbereichsleiter „Medien und Kommunikation“, Alexander Fessler, lobten die Teamarbeit bei der Erarbeitung des Stadtbuchs. Maßgeblich beteiligt waren neben Bernnat und Fessler Fachbereichsleiterin Susanne Baldus-Spingler, Lars Frick, Andreas Lauble als Leiter des Stadtarchivs, Museumsleiter Markus Moehring und Sarah Czerwenka, zuständig für Grafik und Design.

Umrahmt wurde die Vernissage mit Geigenspiel von Georg Philipp Telemann, schön interpretiert von der talentierten Dóra Szilágyi aus der städtischen Musikschule.

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