Lörrach Horror mit Happy End

Im Laden von Buchhändler Benson (2. v.l.) bestiehlt die Jugendgang den großherzigen Mister Brownlow. Oliver Twist (r.) schaut entsetzt zu. Foto: Markus Greiß Foto: Die Oberbadische

Von Markus Greiß

Lebt Oliver Twist, oder ist er schon tot? Schräge beflügelte Figuren umkreisen den tragischen Helden aus Charles Dickens‘ Gesellschaftsroman, den Regisseurin Birgit Vaith am Sonntagabend erstmals mit ihrem Jungen Theater im voll besetzten Alten Wasserwerk aufgeführt hat.

Lörrach. Doch Oliver (gespielt von Luisa Greiß) lebt, wenngleich er halluziniert. Auf der Flucht vor der Misshandlung im Armenhaus schafft der Waisenjunge den Fußmarsch ins 60 Meilen entfernte London gerade so – und kommt vom Regen in die Traufe. Eine Bande von jugendlichen Dieben (Hannah Wind, Martha Bek, Louisa Krafft, Luisa Fritsch und Taina Sampat-Mehta) bietet ihm kurzzeitig Unterschlupf und Geborgenheit. Doch für wenig Geld erklärt sich der gierige Bandenchef Fagin (Tymon Feinendegen) bereit, Oliver ins Verderben zu führen. Sein Auftraggeber ist der von Hass zerfressene Monks (Lena Dieterle), der nicht ruhen will, bis Olivers „Leben in Trümmern und seine Seele verloren ist“.

Den Worten folgen Taten: Die Gang bestiehlt den wohlhabenden Arthur Brownlow (Clarissa Döring) und lässt Oliver zurück, der jedoch nicht verhaftet, sondern vom Bestohlenen aufgenommen wird.

Das Glück währt indes nur kurz, denn Oliver gerät in die Fänge des brutalen Verbrechers Sikes (Johanna Tillmann)... Birgit Vaith ist es im Rahmen der Theateradaption gelungen, das Elend der geknechteten Waisenkinder im viktorianischen England erlebbar zu machen und gleichzeitig ihren Schauspielern die Möglichkeit zu geben, die ganze Palette von Ausdrucksformen auszuschöpfen.

Da geht es durchaus auch sehr lustig zu, etwa wenn der Gemeindediener Mr. Bumble (Chiara Kiefer) der Armenhausleiterin Mrs. Corney (Anika Greiß) mit köstlicher Mimik schöne Augen macht. So wird dem Publikum neben Spannung auch viel Spaß geboten.

Die Zuschauer haben es den 13- bis 17-jährigen Schauspielern, die bis zu drei verschiedene Rollen ausfüllten, am Sonntag mit großem Applaus gedankt. Wie die Geschichte ausgeht, zeigt das Junge Theater nochmals bei Aufführungen am 5. und 6. April sowie am 7., 10. und 11. Juli. Nur so viel sei verraten: Alles wird gut.

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