Lörrach „Hospiz heißt Herberge“                                          

Die Oberbadische, 12.11.2017 22:53 Uhr

„Hospiz heißt Herberge“, sagt Klauspeter Huck, Vorsitzender des Förderkreises Hospiz am Buck. Dieser gründete sich mit dem Ziel, im Landkreis ein Hospiz für schwerkranke und sterbende Menschen anbieten zu können. Zur Feier seines 15-jährigen Bestehens lud der Kreis am Samstag zur Info-Veranstaltung ins Gemeindehaus St. Fridolin ein.

Am Nachmittag stellten die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hospizes ihre Arbeit vor. Am Abend fand ein offizieller Festakt statt.

Das Interesse an der Arbeit des Hospizes war groß. Am Nachmittag über suchten viele Menschen an Infoständen das Gespräch. Auch Landrätin und Schirmherrin Marion Dammann betonte bei einem Rundgang, wie wichtig das Hospiz am Buck für die Versorgung schwerkranker Menschen im Landkreis sei.

Die Einrichtung bietet sechs Plätze für Menschen aus den Landkreisen Lörrach und Waldshut, bei denen keine Heilbehandlung mehr möglich ist. „Zu 98 Prozent sind es Tumorpatienten“, sagte Michaela Krokow. Sie gehört zum zwölfköpfigen Team der Pflege- und Palliativfachkräfte, die die Gäste im Hospiz rund um die Uhr betreuen. Die Linderung von Schmerzen und von Krankheitssymptomen steht im Mittelpunkt. Das Hospiz will den Gästen aber auch Geborgenheit vermitteln und ihre Angehörigen entlasten. Daher sind die Angehörigen im Hospiz auch willkommen. Sie können an den Mahlzeiten teilnehmen oder dort auch schlafen.

Huck bedauerte, dass viele kranke Menschen erst sehr spät ins Hospiz kämen. Auch diese Informationsveranstaltung solle die Menschen ermutigen, diese Einrichtung in Anspruch zu nehmen.

Zur Betreuung der Hospizgäste und ihrer Angehörigen tragen auch die 13 - bis 15 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei. Sie helfen dreimal in der Woche einen halben Tag in der Hauswirtschaft, bei der Pflege der Gäste oder haben einfach Zeit für Gespräche, berichtete die Ehrenamtliche Sonja Engler.

Weitere Ehrenamtliche kochen sonntags auf Wunsch der Gäste deren Lieblingsgerichte oder musizieren. Auch Kunst-, Atem-, Musik- und Gesprächstherapeuten kommen ins Haus.

Die Krankenkassen übernehmen 95 Prozent der Pflegekosten für die Gäste. Das Defizit und auch Zusatzangebote wie die Kunsttherapie bezahlt der Förderkreis. Jedes Jahr schießt er rund 100 000 Euro zu. Zur Finanzierung dieser Summe tragen die Mitgliedsbeiträge wesentlich bei. Daher begann der Förderkreis Anfang Oktober, neue Mitglieder zu werben mit dem Ziel, bis zur Jubiläumsfeier am 11. November auf 1111 Mitglieder anzuwachsen.

Man gewann sogar zwei Menschen mehr als erhofft. Aus den Namen der 57 neuen Mitglieder zog Dammann bei der Feier drei Gewinner, die etwa Gutscheine von Pro Lörrach erhielten.