Lörrach Idylle mit Flatterband

Alles entspannt im Lörracher Parkschwimmbad Foto: privat

Lörrach. Stahlblauer Himmel, glitzerblaues Wasser, sattgrüner Rasen. Ein freier Nachmittag. Und somit Zeit für eine Recherche: Wie gestaltet sich ein Besuch im Parkschwimmbad in Corona-Zeiten? Los geht’s.

Mangels paypal, habe ich mir die Schwimmbad-Karten ganz oldschool-mäßig bei der Touristinfo besorgt. Was durchaus praktisch war, da mein Büro quasi vis à vis liegt. Mit den Ausdrucken geht es um halb vier zur Schwimmbadkasse. Absperrungen zur Lenkung nicht-vorhandener Besucherströme fallen in den Blick, ebenso die nur sporadisch gefüllten Fahrradständer, ein undenkbares Bild vor Corona.

Geplansche – alles hübsch dosiert

Verführerisch glitzert schon von weitem das Wasser, mein entzückter Blick fällt auf weite Liegeflächen ohne Großfamilien-Geknubbel, ohne Pubertier-Gedränge und andere sonst allsommerlich nervende Gruppendynamiken. Die freundliche junge Frau an der Schwimmbadkasse hinter Glas und mit Handschuhen (die Arme, muss heiß sein) blickt auf meine ausgedruckten Karten und begrüßt uns strahlend – mit Namen. Sehr nett. Ein kleiner freundlicher Hinweis folgt: Hier am Eingang bitte Maske tragen. Ups.

Weiter geht’s in Richtung Becken. Vorbei am Kleinkinder-Planschbereich, der mit flatterndem Bändern abgesperrt ist. Drei frustrierte Muttis mit ihren Kids und prall gefüllten Taschen starren entsetzt auf die Absperrungen. „Ja, was sollen wir denn dann hier mit den Kleinen! Ohne Kinderbereich.“

Hm. Die drei tun mir leid. Dennoch denke ich: Es gibt ja noch den schönen Spielplatz, der hat offen.

Beim Becken angekommen ist mein Lieblingsplatz natürlich frei. Mangels Masse sehe ich erstaunlich wenig bekannte Gesichter, dafür fällt auch hier das ringsum angebrachte Flatterband ins Auge, dessen Sinn sich mir nicht ganz erschließt. Denn am Beckenrand sitzen darf man trotzdem – glaube ich jedenfalls.

Im Wasser gibt’s Geplansche und Gehüpfe, aber alles hübsch dosiert. Im Strömungskanal herrscht hingegen weitgehend tote Hose. Nix dreht sich. Wasser schießt wie gewohnt die super-Rutsche herunter, die allerdings nicht genutzt werden darf. Drei Jungs können das kaum ertragen, und umkreisen das Rutschbahnende wie der Hund die Wurst.

Schlangen gibt es nur aus Gummi

Nichts zu holen ist auch am Sprungturm. Alles abgeklebt, keine Arschbombe, kein cooler Köpfer. Dafür drehen ambitionierte Schwimmer im großen Becken daneben ihre Kreise, ziehen ihre Bahnen, brav den Einbahnschildern gehorchend. Die Schwimmmeister müssen nicht mal eine Augenbraue heben. Es funktioniert. Deren Job scheint für den Außenstehenden relativ entspannt. Kein einziger mahnender Pfiff ertönt, der Überblick geht mangels Gewusel nie verloren. Da bleibt sogar Zeit für ein grinsendes „Hallo, Prinzessin!“ Nein, leider nicht zu mir, sondern zu einem kleinen Mädchen im Badeanzug neben mir.

Blitzsauber sind die Toilettenanlagen, kein glitschnasser Boden, kein Klopapier auf dem Boden. Alles picobello.

Letzte Teststation ist der Kiosk. Auch hier werden die Kunden distanzwahrend geleitet, Desinfektionsmittel steht bereit. Schlangen gibt es keine. Vieles ist anders im Coronasommer im Parkschwimmbad.

Zur Beruhigung: Pommes und Gummischlange schmecken wie gewohnt!

Lesen Sie das ePaper bis zum Jahresende für nur 39 Euro! Jetzt HIER anfordern.

Umfrage

748941_0_4_1000x750.jpg

Die Bundesregierung hat entschieden, dass Urlauber, die in ein Risikogebiet reisen, die Kosten für den Corona-Test bei der Rückkehr nicht selbst übernehmen müssen. Zahlen werden die Krankenkassen. Was halten Sie davon?

Ergebnis anzeigen
loading