Lörrach Iggy rockt den Platz – trotz Regen

Lörrach - Sollte das ein exzessiver Abend werden? Iggy Pop eilt zumindest der Ruf voraus, es richtig krachen zu lassen – und zwar auch im Großvater-Alter von 72. Auf Fotos zur Vorankündigung des Konzerts prangt er traditionell mit nacktem Oberkörper und geballter Faust – vielversprechend. Auch auf dem Lörracher Marktplatz zeigte er viel Haut – trotz Regenwetter.

Dem regelmäßig als „Godfather of Punk“ bezeichneten Amerikaner, der wohl das Stagediving erfunden hat, fiel zu Recht die Ehre zu, am Sonntagabend den diesjährigen Reigen der Marktplatzkonzerte zu beenden. Und nur eine Legende – er ist tatsächlich eine – wie er, mag den stolzen Preis von 78 Euro pro Ticket rechtfertigen.

Einziges Deutschlandkonzert

Kein Wunder, dass hier auch die älteren Generationen zum Konzert strömten. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, den Typen mit der langen, strähnigen Mähne live zu erleben? Selten – es ist sein einziges Deutschlandkonzert in diesem Jahr!

Seine Fans mussten bei strömendem Regen indes sehr tapfer sein. Manch einer schlüpfte noch schnell in die mitgebrachte Regenhose. Andere bekamen vom Sicherheitspersonal Goldfolie zum Aufwärmen über die spärlich bedeckende Sommerkleidung übergezogen.

„The Passenger“ schon als drittes Lied

Klar erwartete das Publikum all die Songs seiner langen Karriere, vor allem aus den 70er Jahren. Man denke nur an das unvergessliche „The Passenger“ von 1977, das in Clubs und auf Partys immer noch die Tanzflächen füllt. Es erklang bereits als drittes Lied. Klassiker aus seiner Zeit mit den Stooges, von seinen Soloalben oder seinem bisher letzten Album „Post Pop Depression“ aus dem Jahr 2016 erhofften sich die Fans ebenfalls.

Weitere Fotos in unserer Galerie.

Natürlich wünschten sie sich auch eine mitreißende Performance. Und sie sollten nicht enttäuscht werden. Gleich zu Beginn des Konzerts wirbelte das Urgestein des Punk-Rocks über die Bühne, über den Steg zum Würfel und ging mit dem Publikum auf Tuchfühlung im Graben – natürlich alles oberkörperfrei und mit einem Elan, dass der Regen schnell bei allen vergessen war.

Spätestens beim zweiten Lied stand niemand mehr still. Kraftvolle Gitarrenklänge, harte Schlagzeugschläge und Iggy Pops überdrehter Gesang heizten die Stimmung auf.

Mix aus Hip–Hop, Rap, Pop, Folk und Funk

Eine ganz andere Kategorie waren zum Auftakt die drei Musikerinnen von Fémina. Die beiden Schwestern Clara und Sofia Trucco und die gemeinsame argentinische Jugendfreundin Clara Miglioli versprühten einen Hauch Lateinamerika. Mit ihren kraftvollen, alle Oktaven umspannenden Stimmen und den rhythmischen Schlägen auf die Cajon boten sie einen speziellen, äußerst variablen Mix aus Hip–Hop, Rap, Pop, Folk und Funk.

Dabei konnten sie neben ihrer Wirkung aufs Lörracher Stimmen-Publikum auch auf Iggy Pop bauen, der sich als ihr Fan bekennt und sie unbedingt als Vorgruppe verpflichten wollte (eine ausführliche Konzertkritik erfolgt in unserer Dienstagsausgabe).

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