Lörrach „In der Existenz bedroht“

Yvonne Eyhorn Foto: zVg Foto: Die Oberbadische

Der Hauptausschuss der Stadt Lörrach hat am Donnerstagabend Zuschussanträgen von Frauenhaus, Frauenberatungsstelle und der diakonischen Stadtarbeit Kreuzweg zugestimmt. Am kommenden Dienstag entscheidet der Gemeinderat.

Lörrach (bk). Die finanzielle Situation ist insbesondere beim Lörracher Frauenhaus prekär. Hier ist die Neuvereinbarung des Zuschusses mit einer Erhöhung um 5000 Euro auf 15 000 Euro für die Jahre 2019 bis 2021 vorgesehen.

Frauenhaus

„Der Verein Frauen helfen Frauen ist eine Kriseninterventionsstelle. Frauen, die Gewalt erfahren, können mit ihren Kindern oder alleine ins Frauenhaus flüchten. Sie erhalten dort Schutz, Beratung und Raum, um ihre Situation zu bewältigen“, erläutert die kommissarische Fachbereichsleiterin Yvonne Eyhorn in der Sitzungsvorlage.

Seit Jahren erhält der Verein einen jährlichen Zuschuss von der Stadt. Seit Längerem schon sind aber die Einnahmen des Frauenhauses, etwa aus Spenden und Zuweisungen aus Bußgeldern, gesunken. Gleichzeitig sind die Ausgaben gestiegen.

Personalkosten sind gestiegen, weil „einige Bereiche des Vereins unterbesetzt waren“, so Eyhorn. Bei den Raumkosten haben sich einzelne Positionen, unter anderem der Erbbauzins erhöht. Gleiches gelte für die Ausstattungskosten. Insgesamt sind die Einnahmen von 2016 auf 2017 um 6525 Euro gesunken und die Ausgaben um 8683 Euro gestiegen. „Darum weist der Verein negative Jahresergebnisse auf und ist in seiner Existenz bedroht“, betont Eyhorn.

Und weiter: „Der Verein erfüllt eine wichtige öffentliche Aufgabe und leistet einen großen sozialen Beitrag für unsere Gesellschaft. Heutzutage kann auf diese Hilfe nicht verzichtet werden. Daher ist der Verein auf eine finanzielle Bezuschussung durch die Stadt angewiesen.“ Der Hauptausschuss signalisierte geschlossen zustimmung.

Frauenberatungsstelle

Gleiches gilt für die Neuvereinbarung des Zuschusses für die Jahre 2019 bis 2021 für den Verein Frauenberatungsstelle in Höhe von 7647 Euro.

„Die Frauenberatungsstelle Lörrach ist die einzige spezialisierte Anlaufstelle im Landkreis Lörrach für Frauen und Mädchen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben“, betont Eyhorn.

„Seit 23 Jahren unterstützt die Frauenberatungsstelle betroffene Mädchen und Frauen auf ihrem Weg. Hier wird ihre Anonymität gewahrt und ihnen geholfen: sowohl bei der Klärung des Verdachts auf sexuellen Missbrauch als auch der daraus folgenden Interventionsplanung. Auch bei körperlicher und psychischer Gewalt und weiteren Krisensituationen können Frauen und Mädchen ab 14 Jahren sowie Angehörige, Bezugspersonen und Fachkräfte das Beratungsangebot nutzen.

Diakonische Stadtarbeit Kreuzweg

Positiv aufgenommen wurde auch die Neuvereinbarung des Zuschusses für die Diakonische Stadtarbeit Kreuzweg. Der Betrag soll um 3120 auf 5400 Euro für die Jahre 2019 bis 2021 erhöht werden.

Der Verein bietet mit seinen zwei Wohnhäusern 19 wohnungslosen Menschen die Möglichkeit einer vorübergehenden oder dauerhaften Unterkunft. Er ist „ein wichtiger Partner für die Stadt Lörrach, um die Pflichtaufgabe ’Unterbringung von obdachlosen Personen’ zu bewältigen“, schreibt Eyhorn, Die Arbeit wird seit neun Jahren ohne Personalbudget ehrenamtlich geleistet.

Im Herbst diesen Jahres plant der Verein ein weiteres Wohnprojekt mit 22 Personen. Außerdem wird beabsichtigt, ab 2019 in zentraler Lage von Lörrach einen Ort der Begegnung mit einem kleinen Café und einem Büro für Sozialarbeit auszubauen.

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