Lörrach Insolvenzantrag für Hotel gestellt

 Foto: Kristoff Meller

Lörrach -  Das Steigenberger „Hotel Stadt Lörrach“ kommt nicht aus den Schlagzeilen. Wie erst jetzt bekannt wurde, hat die Betreibergesellschaft bereits im April für das Hotel einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt. Die frühere RIMC Betriebsgesellschaft wurde zwischenzeitlich in die HSL Betriebsgesellschaft mbH umgewandelt. Die beiden Geschäftsführer sind nach wie vor Marek N. Riegger sowie Audun Levke.

Riegger wollte sich auf Anfrage unserer Zeitung nicht persönlich äußern, sondern verschickte am Freitagnachmittag eine Pressemitteilung: „Die Corona-Krise hat den Hotelbetrieb des Hotel Stadt Lörrach leider massiv negativ beeinflusst. Maßgeblich dafür war neben dem touristischen Beherbergungsverbot das Ausbleiben von Geschäftskunden und Messebesuchern sowie der Einbruch des Fluggeschäfts am Flughafen Mulhouse/Basel.Um die Möglichkeit einer neutralen und lösungsorientierten Sanierung zu finden, hat sich die Betreibergesellschaft am 9. April entschieden, einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung zu stellen.“

Außerdem heißt es: „Die Betreiber sind weiterhin überzeugt, dass der Hotelbetrieb selbst alle Möglichkeiten einer guten und nachhaltigen Fortführung nach der Corona-Krise besitzt. Grundlegende Voraussetzung dafür ist es, in den nächsten Monaten eine Lösung mit dem Verpächter der Immobilie zu finden. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass sich die wichtigen Märkte für das Hotel zügig wieder erholen. Die Ergebnisse für das Jahr 2019 zeigten bereits eine gute und richtige Entwicklung des Betriebes, der erst Mitte 2017 eröffnet wurde.“

Das Ziel alle Arbeitsplätze zu sichern – die Zahlung der Löhne sei über das Kurzarbeitergeld und anschließend das Insolvenzausfallgeld abgesichert – und den Fortbetrieb zu gewährleisten, hänge „maßgeblich an einer Lösung mit dem Verpächter“.

Schon seit längerem gibt es Auseinandersetzungen zwischen dem Hotelbetreiber und dem Hauseigentümer, die Dr. K.H. Eberle Stiftung. Erst jüngst kam es zu einem Aufeinandertreffen der beiden Parteien vor Gericht. Die Stiftung machte rund drei Millionen Euro an Mietrückständen und Nebenkosten geltend, die in den vergangenen zwei Jahren aufgelaufen seien (wir berichteten). Die Betreiberin des Hotels, die vormalige Hamburger RIMC-Gruppe, bestreitet diese Forderungen zumindest in wesentlichen Teilen.

Im März verurteilte das Freiburger Landgericht die RIMC Lörrach zur Zahlung von rund 740 000 Euro an die Stiftung, die noch weitere Klagen wegen ausstehender Pacht laufen hat. Die Stiftung hat der Hotelbetreiberin zudem auch die fristlose Kündigung ausgesprochen und Räumungsklage eingereicht, wie Thomas Schwind, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, bestätigte. Angesichts der nun neuen Situation, mit einem möglichen Insolvenzverfahren, „können wir die vollstreckbaren Titel – wir haben 1,7 Millionen Euro titulierte Forderungen gegen die Betreiber – nicht vollstrecken lassen“, sagte Schwind. Denn ein Insolvenzgericht hat die Pflicht und die Möglichkeit, gegen den Schuldner eingeleitete Zwangsvollstreckungsmaßnahmen einstweilen zu untersagen.

Das Tischtuch zwischen den Parteien ist zerschnitten, so Schwind. Deswegen gebe es von Seiten der Stiftung ein absolutes Nein mit Blick auf eine mögliche weitere Zusammenarbeit „Mietinteressenten für das Gebäude wären da“, betonte der Vorstandsvorsitzende. „Es ist schade um jeden Tag, der ungenutzt verstreicht.“

„Für die Stiftung haben die Einnahmeausfälle auch Auswirkungen auf die Preise die wir an Universitäten vergeben“, sagte Schwind, deswegen stehe man im regen Austausch mit den betreffen Einrichtungen, wie der Dualen Hochschule Lörrach sowie der Universitäten Tübingen und Konstanz.

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