Von Peter Ade

Lörrach. Sprache und Bildung sind Eckpfeiler der Integration. Diesen Grundsatz befolgt die Schubert-Durand-Stiftung seit zehn Jahren. Sie fördert muslimische Frauen und Mädchen mit individuellen Hilfen und Gruppenangeboten.

2005 wurde die Stiftung auf Initiative der promovierten Islam-Wissenschaftlerin Gudrun Schubert als Treuhandstiftung gegründet. Seit Dezember 2011 arbeitet sie als eigenständige Stiftung bürgerlichen Rechts unter dem Dach der Bürgerstiftung.

Sinn und Zweck der Schubert-Durand-Stiftung sind die Förderung von Aus- und Weiterbildung von Mädchen und Frauen aus dem muslimischen Kulturkreis, unabhängig von Nationalität und Religion.

Seit 2007 beteiligt sich die Stiftung regelmäßig mit eigenen Präsentationen an der Lörracher Kinderbuchmesse. Zum Auftakt gab es Theateraufführungen.

Ihre Schwerpunkte sieht die Stiftung in der Sprachförderung, der Unterstützung bei der allgemeinen Schul-, Fach, Berufs- und Hochschulausbildung sowie der Elternbildung. Dazu Kuratoriumsvorsitzende Gudrun Schubert: „Wir vermitteln islamische Kultur durch Vorträge, Ausstellungen, Musik- und Literaturveranstaltungen.“

Rund 70 000 Euro werden Jahr für Jahr in Pflege und Ausbau von Angeboten auf professioneller Basis investiert. Dazu gehört unter anderem das Programm „Starke Eltern – starke Kinder“, das auf einem Konzept des Kinderschutzbundes basiert und von Sozialarbeiterin Melahat Aygüner-Ulec geleitet wird.

Die Schubert-Durand-Stiftung arbeitet in Schulen und Kindergärten. Sprachförderung wird mit je 16 Wochenstunden seit 2006 an Grund-, Haupt- und Realschulen durchgeführt. Frauen- und Elternarbeit erfolgt unter anderem an der Neumattschule Lörrach und am Schulzentrum Steinen mit beliebten Vortragsangeboten.

Für Kinder und Erwachsene wurden Theater-Workshops aufgebaut. Das 2012 ins Leben gerufene Frauentheater spielt bei der Geburtstagsfeier der Stiftung am Sonntag, 10. Juni, im Dreiländermuseum vor geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur.

Büroleiterin Eva Petersik verweist im Pressegespräch auf ein intensives Netzwerk zur Betreuung und Hilfe für Menschen mit Migrationshintergrund. Dazu gehören zahlreiche Sozialeinrichtungen in der Stadt und dem Landkreis, darunter die Agentur für Arbeit, der Soziale Arbeitskreis SAK, der Arbeitskreis Migration und die Internationale Kommission.

Schubert, Petersik und das Kuratoriumsmitglied Ingrid Cabak freuen sich, dass die Stiftung in Lörrach zur Institution geworden ist. „Wir sind Anlaufstelle und Vermittler“, beschreibt Petersik die tägliche Arbeit und würde es begrüßen, wenn für knifflige Einzelfragen und Probleme professionelle Dolmetscher zur Verfügung stünden.

Die Stiftung, die auf Spenden angewiesen ist, gewährt finanzielle Zuschüsse zur Aus- und Weiterbildung von Mädchen und Frauen. Schwerpunkte bilden die Schul- und Fachschulausbildung oder das Hochschulstudium, in einem konkreten Fall die Hilfe für eine muslimische BWL-Studentin.