90 Jahre ist es her, dass engagierte Lörracher den Museumsverein gegründet haben. Seine Ziele: der Bezug eines dauerhaften Museumsgebäudes und die Unterbringung der seit 1880 zusammengetragenen Sammlung in einem geeigneten Depot. „Die zweite Aufgabe ist noch offen“, betonte Vereinsvorsitzende Inge Gula bei der Generalversammlung am Freitag.

Von Markus Greiß

Lörrach. Gula gab einen Kurzüberblick über die Vereinsgeschichte, die am 6. März 1928 mit der Gründungsversammlung begann. Als wichtige Meilensteine nannte sie die Eröffnung des Heimatmuseums 1932 in der Hofküferei am Standort des heutigen Burghofs und die erfolgreiche Abwendung der Gleichschaltung des Vereins im Nationalsozialismus. Wie lebendig der Verein heute ist, zeigt die steigende Mitgliederzahl, die derzeit bei 321 liegt.

Rückblick

2017 war das Jahr der Jubiläen im Dreiländermuseum: Die Ausstellungen zur Erfindung des Fahrrads vor 200 Jahren, die Feierlichkeiten zur erstmaligen Erwähnung von fünf Markgräfler Gemeinden vor 1250 Jahren und die noch laufende Ausstellung zum 500. Jahrestag der Reformation bildeten die Höhepunkte im Veranstaltungskalender. Das Museum zählte insgesamt 22 575 Besucher, laut Museumsleiter Markus Moehring eines der besten Ergebnisse überhaupt.

Von den 100 Veranstaltungen, die zur Vertiefung der Themen stattgefunden haben, hat der Museumsverein eine Reihe von Anlässen aktiv unterstützt. Moehring dankte dem Verein hierfür und für seinen „maßgeblichen Beitrag“ zur Pflege der Museumssammlung in den letzten 90 Jahren.

Ausblick

Beitragen möchte der Verein auch zum erforderlichen Neubau des Museumsdepots. So könnte laut Kassierer Frieder Speck der 2017 erzielte Überschuss von rund 31 000 Euro in das Projekt fließen. Seit Mai 2017 ist das Depot provisorisch im ehemaligen Gaba-Gebäude in Tumringen untergebracht.

Laut Oberbürgermeister Jörg Lutz kommt für den Neubau ein Grundstück im neuen Gewerbegebiet Brombach in Frage. Er bezifferte die Gesamtkosten auf rund fünf Millionen Euro.

Die Museumsführung prüfe die Einreichung eines Interreg-Förderantrags bei der EU, bei dem bis zu zwei Millionen Euro fließen könnten. „Das würde die Aufgabe für die Stadt erleichtern“, so Lutz. Seine Vision: spätestens beim 100. Geburtstag des Vereins könnte „ein schönes Depot“ stehen.

Wahlen

Einstimmig gewählt wurden Inge Gula (Vorsitzende), Heiner Benner (zweiter Vorsitzender), Frieder Speck (Rechner), Johannes Volkert (Schriftführer), Monika Geigle, Xaver Glattacker, Klaudia Klein, Gisela Talke, Gerd Wernthaler (alle Beisitzer), Gertrud Herbster, Gisela Westermann (Rechnungsprüferrinnen).

Ehrungen

Jan Merk, Gebhard Bauer (beide 60 Jahre), Margot Kawinski (50 Jahre), Edda Bernhard, Walter und Christa Hagmann, Rosemarie Jurd, Gerhilde Kása, Werner Knapp, Ottmar Wohlschlegel (alle 40 Jahre), Margarete Alofs, Renate Brunner, Ingrid Caserta, Heinrich und Birgit Funck, Gertrud Kunz, Günter Lenz, Irmgard Quartier sowie Karin Reiter (alle 25 Jahre).