Lörrach Katalysator für den Klimaschutz

Der neue Klimabeirat trat erstmals im großen Ratssaal zusammen. Foto: Markus Greiß Foto: Die Oberbadische

Die Stadt Lörrach hat infolge der Ausrufung des Klimanotstands im Herbst 2019 ihre Energie- und Klimaschutzpolitik strukturell neu aufgestellt, um die Bürger zu mehr Beteiligung zu motivieren. Vor diesem Hintergrund ist die „Projektkommission Label Energiestadt“ im neuen Beratungsgremium „Klimabeirat“ aufgegangen, der am Montagabend erstmals tagte.

Von Markus Greiß

Lörrach. Das 23 Mitglieder zählende Gremium rekrutiert sich aus Energie- und Beratungsunternehmen, aus Handwerk und Architektur, aus Verbänden und Initiativen wie BUND, Fridays for Future und IG Velo sowie aus Mitgliedern der Stadtratsfraktionen. Parallel zum Klimabeirat ist ein für alle Interessierten offener „Runder Tisch Klima“ geschaffen worden, in dem Bürger ihre Ideen für den Klimaschutz einbringen können.

Der drei bis vier Mal im Jahr zusammentretende Klimabeirat hat die Aufgabe, die Vorschläge des Runden Tischs zu bündeln und Empfehlungen an den Gemeinderat zu formulieren, wie Britta Staub-Abt, Fachbereichsleiterin „Umwelt und Klimaschutz“ zur Abgrenzung der beiden Gremien erklärte. Der Beirat tage öffentlich, habe eine „Katalysatorfunktion“ und solle „Ideen im Idealfall zum richtigen Zeitpunkt einbringen“ – sprich zu Beginn der Haushaltsplanungsberatungen, ergänzte Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic.

Der vom Runden Tisch Klima entsandte Vertreter Lutz Knakrügge berichtete von dessen konstituierender Sitzung im Januar. Der Runde Tisch verfolgt laut Knakrügge zwei Stoßrichtungen. Zum einen gehe es um Maßnahmen der Verwaltung und des Gemeinderats, zum anderen darum, „dass wir Bürger selbst unser Verhalten ändern“.

Und das scheint nötig, will Lörrach sein Ziel der Klimaneutralität bis 2050 erreichen. In seinem Klimaschutzbericht veranschaulichte Jörg Bienhüls, Energieberater der Stadt Lörrach, die Entwicklung seit 1990. Demnach ist der Energieverbrauch in der Lörracher Industrie massiv gesunken, was sich mit dem Strukturwandel und effizienteren Anlagen erklären lasse. Rückläufig sei er auch im Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungssektor. Im Verkehr stagniere der Verbrauch hingegen, während die Kurve bei den Haushalten sogar deutlich nach oben zeige. Deshalb liege der Schwerpunkt der CO 2-Reduzierung beim Verkehr und bei den Sanierungen der privaten Gebäude.

Bei den kommunalen Gebäuden steht die Lerchenstadt vergleichsweise gut da. In diesem Segment erreicht sie laut Sabine Barden vom Energieberatungsunternehmen Endura Kommunal 75 Prozent der nach der Skala des European Energy Award (EEA) möglichen Punkte. Im Durchschnitt aller sechs städtischen Maßnahmenbereiche seien es sogar erstmals über 80 Prozent.

Lörrach möchte dieses Jahr zum vierten Mal mit dem EEA in Gold ausgezeichnet werden und ist hier laut Sabine Barden „auf einem sehr guten Weg“.

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