Lörrach Kinder als Weltentdecker

Das Team der Überbetrieblichen Kindertagesstätte Tumringen nimmt von Tassilo Knauf die Urkunde entgegen. Foto: Denis Bozbag

Lörrach - Tassilo Knauf, Vorsitzender der Vereinigung zur Förderung der Reggio-Pädagogik in Deutschland, hat am Donnerstag der Überbetrieblichen Kindertagesstätte Lörrach während eines einstündigen Festaktes in der Gevita Residenz die Urkunde zur reggio-inspirierten Kindertagesstätte überreicht.

Damit ist sie laut dem Trägerverein die einzige Kita in Südbaden, die diese Auszeichnung erhält. Begleitet wurde die Zeremonie von einem spielerisch-kreativen Programm der Schulanfänger, die mit Sprechgesang, Tanz, Radschlagen und Klaviermusik einige Elemente der Reggio-Pädagogik zum Ausdruck brachten.

Engagement der Einrichtung

Knauf war beeindruckt von den szenischen Darbietungen der Kinder und lobte das Engagement der Einrichtung, sich in der kurzen Zeit von zwei Jahren den Herausforderungen der Reggio-Zertifizierung gestellt zu haben. „Diese Pädagogik ist 1991 von einer internationalen Expertengruppe als das führende Konzept in der Vorschulbildung anerkannt worden“, hob Knauf in seiner Rede hervor. Die drei zentralen Punkte für die Erziehung seien nach dieser Pädagogik die Wahrnehmung des Kindes von seiner Umwelt mit allen Sinnen zu fördern, Ideen zu bilden, die Welt zu verstehen und durch Emotionalität diese erlebbar zu machen. Das Kind sei dabei immer der Akteur. Der Erzieher setze die Impulse und ziehe sich auch mal zurück, damit Raum bleibe, die Welt eigenständig zu entdecken – ohne die wertende Einflussnahme der Erwachsenen.

Die Leiterin der Kita, Ursula Bangert, richtete ihren Dank vor allem an die Erzieher der Einrichtung: „Ohne das kompromisslose Zusammenstehen aller im Team, hätten wir dieses ehrgeizige Ziel nicht erreicht“, sagte Bangert. „Viele meiner Kollegen haben durch Überstunden und Verschieben der Urlaubspläne denjenigen Fachkräften den Rücken freigehalten, die an acht Reggio-Fortbildungen in Passau teilgenommen haben und zum Ursprungsort der Pädagogik nach Reggio nell’Emilia in Italien gereist sind.“ Zudem habe der Trägerverein Weiterbildungskurse und räumliche Veränderungen in der Kita finanziell unterstützt.

Schwerpunkt auf offene Arbeit und Lernen in Projekten

Die Überbetriebliche Kindertagestätte mit ihren Förderern aus lokal ansässigen Firmen habe seit ihrer Gründung vor gut 25 Jahren einen Schwerpunkt auf die offene Arbeit und das Lernen in Projekten gesetzt. „Sonst hätten wir die Zertifizierung innerhalb von zwei statt den vorgegeben vier Jahren nicht erreicht“, war sich Bangert sicher. Der Bedarf an einer flexiblen Ganztagesbetreuung steige unentwegt. Durch den Regelbetrieb der meisten Kindergärten könne den steigenden Anforderungen der Berufswelt nicht mehr Rechnung getragen werden. Durch die lange Betreuungszeit sei eine eingehende Beschäftigung mit der Ausbildung der frühkindlichen kognitiven Fähigkeiten notwendig gewesen, verdeutlicht Bangert die Bedeutung einer auf das Kind gerichteten Pädagogik für die Vollzeit-Kita.

Bangert: „Die Zertifizierung ist nur ein Etappenziel. Wir werden uns in den nächsten vier Jahren dank dem Einsatz der Erzieher, Eltern und Förderern der Einrichtung kontinuierlich weiterentwickeln.“

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