Lörrach Kinderträume in der Nikolauskirche

Neben den Fundstücken aus Treibholz werden Traumfänger der Kinder präsentiert. Foto: Die Oberbadische

Lörrach-Hauingen - Bunte Federn und Muscheln schmücken die Traumfänger aus Treibholz, die seit einigen Tagen in der evangelischen Nikolauskirche Hauingen bestaunt werden können. Gebastelt wurden diese von Kindern des sozialpädagogischen Gruppenangebots KiSEL-Leuchtturm von der Diakonie und dem Arbeitskreis Rauschmittel.

In Kooperation mit dem Künstler Thomas Nüssle und der Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde, Martina Schüßler, entstand die kleine Ausstellung „Zurück zu den Wurzeln, vorwärts zu den Träumen“. Neben den von Nüssle arrangierten Fundstücken aus Treibholz werden die kreativ und mit viel Liebe gestalteten Traumfänger der Kinder präsentiert.

Das Projekt KiSEL-Leuchtturm richtet sich an Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren mit suchtkranken oder psychisch kranken Eltern. Einmal pro Woche trifft sich die Gruppe für eineinhalb Stunden im Mehrgenerationenhaus in Weil am Rhein Friedlingen, um gemeinsame Freizeitaktionen wie kochen, klettern oder Ausflüge zu unternehmen.

„Wir bieten aber nicht nur gemeinsame Freizeiterlebnisse, sondern behandeln auch Themen, die die Kinder beschäftigen. So können wir ihnen die Erfahrung vermitteln, dass sie mit ihren Sorgen nicht alleine sind und Sucht- sowie psychische Erkrankungen für die Kinder greifbarer machen.“ erklärt Kirstin Faber-Spitz, Leiterin des Projekts im Gespräch mit unserer Zeitung.

Zuletzt setzten sich die Kinder mit dem Thema „Träumen“ auseinander, da viele von Albträumen geplagt werden. In den Gruppenstunden wurde auch die Geschichte der Traumfänger erzählt, die besagt, dass die schlechten Träume vom gewebten Netz aufgehalten werden und nur die guten, durch eine Öffnung in der Mitte, ihren Weg zum Träumer finden. „Vor diesem Hintergrund und auch um den Kindern etwas zur Unterstützung an die Hand zu geben, entstanden die vielfältigen Traumfänger“, erzählt Faber-Spitz.

Das Treibholz stellte Nüssle zur Verfügung, der es als Werkstoff für seine Kunst schon lange sammelt. Ein Element des Projekts bilden Gespräche der Kinder über ihre Träume, deren Inhalt die kleinen Künstler auf kleine Notizzettel schrieben, die ebenfalls ausgestellt werden: „Ich träume davon, an den Bodensee zu fahren“ oder „Ins Schwimmbad gehen“, „Mit meiner Familie in den Zirkus gehen.“ Sie sehnen sich vor allem nach gemeinschaftlichen Erlebnissen, gerade weil durch Corona viele Möglichkeiten weggebrochen sind.

Ein Traum der Kinder wird schon bald Realität werden: Die Spenden, die während eines Gottesdienstes zur Ausstellungseröffnung gesammelt wurden, ermöglichen es der Gruppe, einen Ausflug in den Lörracher Kletterpark zu unternehmen.

Noch bis zum 30. Juni ist die Ausstellung zu sehen, die Kirche ist täglich von 8 bis 20 Uhr frei zugänglich.

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