Lörrach Klang-Impulse  für die Stimmen-Stadt

Die Oberbadische

Von Bernhard Konrad (Text) und Kristoff Meller (Fotos)

Lörrach. Lörrach leuchtete festlich: Am Samstag hat die Bürgerstiftung zu ihrer Benefizveranstaltung in den Burghof eingeladen - und wie schon in den vergangenen Jahren war auch dieser Gala-Abend ausverkauft.

Die Tische festlich gedeckt, Kerzenlicht, ein Burgunder vom Weingut Ruser im Glas, die feinen Speisen der Avantgarde-Köche auf dem Teller. So feierte Lörrach unter dem Motto „Zum Wohl…der Stadt und ihrer Bürger“ diesen Abend. Nach den Klängen von „His Masters Choice“ zum Apéro dankten die Stiftungsvorsitzende Dr. Ute Lusche und der Stiftungsratsvorsitzender André Marker den vielen ehrenamtlich Engagierten, die abermals zum Gelingen des Abends beitrugen. Im Zentrum ihres Danks standen allerdings die Träger des Bürgerpreises: Das Trinationale Umweltzentrum, Tempus fugit, die Kindersportschule sowie Beate Fahrnländer und Gaby Roter werden gemeinsam mit zahlreichen Kindern Projekte verwirklichen.

Laudator Gerd Wernthaler würdigte in einer bewegenden Ansprache die mit der Bürgermedaille 2013 ausgezeichnete Chorleiterin und Pädagogin Annegret Brake. Er zeichnete zunächst die Anfangszeiten ihres Wirkens an der Pädagogischen Hochschule nach: Als eines von „fünf bunten Smarties“ habe sie gemeinsam mit Kommilitoninnen Farbe in die Stadt gebracht, die heute legendären Sunshine Doreen Starlets mit gegründet und nach dem Studium etliche Chöre übernommen oder ins Leben gerufen, etwa die Jazzchöre „Flat & Co und „Scat’n’ Types“. Sie habe über viele Jahre hinweg die von ihr geleiteten Ensembles geformt und geprägt, allen voran den Kinder- und Jugendchor, den sie 1987 mit rund 25 Nachwuchssängern übernahm. Bei ihrem Abschied als Chorleiterin in diesem Sommer zählte der Chor rund 100 Kinder und Teenager in vier Formationen.

Mit Disziplin und Strenge, aber ebenso mit viel Freude an der Zusammenarbeit war sie ihren Ensembles zugewandt – getragen auch von Beuys’ Ansatz, dass in jedem Mensch ein Künstler steckt. Das mag eine der Triebfedern für ihr Engagement bei der Gründung des Nellie Nashorn gewesen sein, das bis heute zu den festen kulturellen Größen der Stadt gehört – den zuletzt schwierigen Zeiten zum Trotz.

Die Konsequenz und Klarheit, mit der Annegret Brake die Leitung der Chöre nun nach so langer Zeit beendet habe, entspreche ihrem Charakter. Doch schloss die von Wernthaler gemeinsam mit Anette Eckstein und Franz Schmider verfasste Würdigung mit einer in die Zukunft gerichteten Bitte: „Wir würden uns freuen, wenn Du Dich bald wieder einmischen würdest. Wir brauchen Menschen wie Dich.“

Sodann war für jedermann zu hören: Wie es in den Chor hinein schallt, so schallt es aus ihm heraus, denn: Die Reden wurden begleitet von Beiträgen der Sängerinnen und Sänger von „Flat & Co, „Scat’n’ Types“ und dem Jugendchor. Und trotz des feierlich gedämpften Lichts im Saal war zu sehen und zu spüren, wie dieses eine mal noch der Funke zwischen den Ensembles und ihrer langjährigen Leiterin übersprang.

In dem von Matthias Zeller moderierten Abend servierten die Azubis von Sparkasse und Volksbank gemeinsam mit dem professionellen Service zu Salon-Musik von Brigitte Schnabel und Florian Metz ein exzellentes Menü. Federführend zubereitet wurde es von den Gastronomen Markus Dorner (Kranz, Lörrach), Rainer P. Wiedmer (Krone, Inzlingen), Sepp Beha (Wasserschloss, Inzlingen), Marco Weiß (Maien, Tüllingen) und Sonja Hechler (Krone, Weil am Rhein). Wachtel-Terrine und Gänseleber mit Apfel- Mascarpone Salat oder Jacobsmuscheln im Salatbouquet als Vorspeise? Steinpilzschaumsuppe oder Cannelloni mit Riesencrevetten als Zwischengang? Zweierlei Reh mit Polenta oder Lammrücken mit Ratatouille als Hauptgang?

Bei den jeweils fünf zur Auswahl stehenden Speisen pro Gang war die Wahl weiß Gott keine Qual, sondern ein Genuss. Ganz zu schweigen und zu schwelgen vom großartigen Dessert-Buffet, bei dem nur die Wunderkerzen – „Ohhh! Ahhh!“ – eher an einen Kindergeburtstag als an das Kapitäns-Dinner auf dem Traumschiff erinnerten, wo sie, nebenbei bemerkt, auch ein bisschen ausdauernder brennen.

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