Lörrach Klangvielfalt in der Kirche

Ein Blick ins Innere der Orgel Foto: Regine Ounas-Kräusel

Von Regine Ounas-Kräusel

Lörrach-Brombach. Die frisch renovierte Orgel der Germanuskirche in Brombach verfügt mit ihren drei Manualen, dem Pedal, 25 Registern und 2000 Pfeifen über eine beachtliche Klangvielfalt. Am Sonntag, dem Tag der Orgel, stellte Kirchenmusiker Florian Metz interessierten Zuhörern das Instrument mit einem Vortrag und Musikbeispielen vor. Am Nachmittag gab es eine Orgelgeschichte mit Musik für Kinder.

„Es ist eine Freude, jetzt an der Orgel zu spielen, seit sie durch die Renovierung klanglich so geöffnet worden ist“, begeisterte sich Metz. Er begann seinen Vortrag mit einem Blick in die Geschichte: Die ersten Orgeln habe es schon 350 Jahre vor Christus in hellenistischen und der römischen Welt gegeben, sagte er. Im Mittelalter wurden sie zum Kircheninstrument. Das älteste Instrument in der Germanuskirche stammte aus dem Jahr 1754. Im Jahr 1903 wurde die Kirche um das Querschiff erweitert und so ausgemalt, wie man sie heute kennt. Das Aussehen der Orgel wurde dem Kirchenraum angepasst. Im Jahr 2018 begann der Freiburger Orgelbauer Späth mit der aktuellen Renovierung: Dabei wurden alle Pfeifen ausgebaut, gereinigt und gestimmt. Die Klangqualität sei aber auch verbessert worden, weil man das Prospekt, die Vorderseite des Instrumentes, wieder für den Klang geöffnet habe, schilderte Metz: Filigrane Schnitzereien mit Klanglöchern waren mit Brettern zugenagelt gewesen. Diese wurden geöffnet und mit einem Stoff hinterlegt, der mit der Farbgestaltung der Kirche harmoniert.

Metz spielte verschiedene Register der Orgel an: Das Gemshorn klang zart, das Waldhorn zwitscherte wie ein Vogel. Metz spielte die klare Trompete an und die Posaune, die anders als das Originalinstrument tief und fast rau klang. Da alle Register – also Pfeifenarten – kombinierbar seien, könnten sehr verschiedene Klangfarben hervorgerufen werden, erläuterte Metz. Mit Hörbeispielen rundete der Kirchenmusiker seine Orgelvorstellung ab. Festlich schimmerte die virtuose Melodie beim Präludium aus Johann Sebastian Bachs berühmter Toccata und wechselte mit Akkoren von fast gewaltiger Fülle ab. Ein Andante des Romantikers Mendelssohn-Bartholdy füllte die Kirche dagegen mit leichten, weicheren Klängen. Bei Werken von Johann Krieger, Caeser Frank und Charles Marie Widor erzeugte die Orgel wieder Stimmungen von innig andächtig bis fast überbordend virtuos.

Zum Schluss ermutigte Metz alle Menschen, die Klavier spielen, einen Orgelgrundkurs bei Bezirkskantor Christoph Bogon oder bei Kantor Rainer Marbach zu machen: Die Kirche freue sich über jeden Organisten. Außerdem sei er bereit, weitere Orgelführungen für Erwachsene und Kinder anzubieten, sagte er: Die Hellbergschule aus Brombach habe schon angefragt.

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