Der Chef steht in der Manege. Um ihn herum toben künftige Zirkuskinder. Sebastian Kaltenbach springt heute als akrobaticher Assistent für die Kinder ein. Im Ferienprogramm der Dieter-Kaltenbach-Stiftung ist Zirkuswoche.

Lörrach . Heute ist der erste Probetag. Jana hat den Dreh noch nicht ganz raus. Der rote Plastikteller fällt immer wieder runter. Justin ist geschickter. Sein blauer Teller dreht sich auf dem dünnen Stöckchen. Die Kinder lernen zu jonglieren. „Wir haben hier echte Naturtalente“, verrät Carlos Lumbrera. Er ist der Experte. Als Clown „Caos“ will er 25 Buben und Mädchen zu jungen Zirkuskindern machen.

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Am Freitag wird es auf dem Gelände der Kaltenbach-Stiftung dann eine richtige Zirkusshow geben. Das Zirkuszelt ist schon aufgebaut. Damit alles klappt, hilft auch der Chef mit. Der Stiftungsvorsitzende Sebastian Kaltenbach steht als akrobatischer Assistent allen zur Verfügung, die lernen, auf einem Ball zu balancieren.

Das Zirkusprogramm gehört zu einem der vielen Workshops und Freizeitangeboten, die von der Kaltenbach-Stiftung in diesen Sommerferien angeboten werden. Außer in den Weihnachtsferien gibt es in den Ferien immer eine offene Kinderbetreuung. Zusätzlich werden Kurse von der Volkshochschule (VHS) angeboten. Somit spielen 130 Kinder auf dem Gelände an der Konrad-Adenauer-Straße. Hier gibt es Bastel- und Werkräume, in denen die VHS-Kinderkurse stattfinden.

Heute sind die Kunstschmiede und die Steinbildhauer-Werkstatt geöffnet. Beides ist neu im VHS-Programm und wird für Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren angeboten. Bevor die Mädchen in der Schmuckschmiede zur Säge greifen, entwerfen sie ein Muster. Sie fertigen zum Beispiel kleine Kupfer-Fische als Kettenanhänger. Dabei müssen sie präzise mit der Säge und den Metallpfeilen umgehen. „Es sind noch einige Kurse offen“, weiß Alexander Keil, der Sprecher der Kaltenbachstiftung. Dafür ist eine Voranmeldung nötig.

Neben den VHS-Kursen bietet die Stiftung für 12,50 Euro täglich von 7.30 bis 17 Uhr das offene Ferienprogramm an. Ein Mittagessen kostet zusätzlich vier Euro. „Das Programm ist für alle Kinder offen, egal welcher Herkunft oder welcher Religion. Wir arbeiten auch inklusiv und schließen keine Kinder aus. Alle sind herzlich willkommen“, sagt Keil. In diesem Jahr seien auch fünf Flüchtlingskinder dabei.

Auf dem Hof kickern zwei Jungs. Ein paar Kinder sitzen mit der Betreuerin Lisa Häffner am Tisch und spielen Monopoly. „Es macht Spaß, die Kinder zu betreuen und das Angebot selbst mitzugestalten.“ Die Teilnehmer im offenen Ferienprogramm können sich frei bewegen. Das ist möglich, weil sie von einem multiprofessionellen Team begleitet werden. Neben fest angestellten Sozialpädagogen und Erziehern sind auch drei Bundesfreiwillige und ein Praktikant der Mathilde-Planck-Schule im Einsatz.

Einige Kinder haben sich auf dem Rasen versammelt. Sie sollen einen Kreis bilden. Erzieherin Andrea Wohlgemuth dirigiert. Es ist kurz vor der Mittagspause. „Dann machen wir immer eine Gruppenaktion, damit die Helfer den Tisch decken können“, erklärt Wohlgemuth.