Lörrach Klimaschutz fängt im Kleinen an

Sie beantworteten im Werkraum Schöpflin Fragen aus dem Publikum (v. l.): Sebastian Nadj, Martin Völkle, Frauke Hahn und Florian Pauli. Foto: Markus Greiß

Lörrach-Brombach - Wie lässt sich die Energiewende durch bürgerschaftliches Engagement beschleunigen? Dies ist eine Leitfrage des Jahresthemas „Lörrach kann Klima“ des Zukunftsforum Lörrach+.

Zu diesem facettenreichen Themenkreis lud das Forum am Dienstagabend Martin Völkle von der Rheinfelder Bürgerenergie Dreiländereck eG, den Konstanzer Verkehrsplaner Sebastian Nadj von der „Transportrad-Initiative Nachhaltiger Kommunen“ (TINK) sowie Frauke Hahn und Florian Pauli vom Projekt „Klimabotschafter“ der Bürgerstiftung Pfalz zu einer „Denkwerkstatt“ in den Werkraum Schöpflin nach Brombach ein.

Bürgerenergie Dreiländereck

Völkle erinnerte vor rund 30 Zuhörern daran, wie die Havarie des Atomkraftwerks Fukushima 2011 die Bundesregierung zu einer energiepolitischen Kehrtwende veranlasste.

Anfang 2012 gründete sich die heutige Bürgerenergie Dreiländereck mit dem Ziel, die Energiewende vor Ort umzusetzen. Seitdem hat die Genossenschaft knapp 350 Mitglieder gewonnen und mit gesammelten 2,5 Millionen Euro und zusätzlichen Fremdmitteln gut 50 Photovoltaikprojekte (PV) realisiert, darunter in Lörrach die PV-Anlagen auf den Dächern der Feuerwache und Hellbergschule.

Der gesamte Anlagenpark produziert Strom für 725 Haushalte und spart jährlich rund 1775 Tonnen CO2 ein.

Transportrad-Initiative

Wieviel schädliche Klimagase die 26 Miet-Lastenräder der Initiative TINK in Konstanz verhindern, konnte Nadj nicht beziffern. Seine Zahlen belegen aber, dass viele Konstanzer ihr Auto nun öfter stehenlassen: Gut die Hälfte der befragten Mietrad-Nutzer gab an, durch die Mietfahrräder Autofahrten zu ersetzen.

Die aus der Bürgerschaft hervorgegangene Initiative wurde zwei Jahre lang durch das Bundesverkehrsministerium gefördert und gewann 2017 den Deutschen Fahrradpreis in der Kategorie Service. Die Zahl der monatlichen Ausleihen schwankt zwischen 200 in den schlechtesten Winter- und 1200 in den besten Sommermonaten.

Klimabotschafter

Durch das Landauer Projekt „Klimabotschafter“ sollen bereits Kinder für klimabewusstes Verhalten begeistert und zum eigenen Gestalten ermutigt werden. Die Initiative arbeitet mit sieben Grund- und weiterführenden Schulen zusammen und bildet dort jeweils drei bis sechs sogenannte Klimabotschafter aus, die ihr Wissen weitergeben und sich in Schul- und Nachbarschaftsprojekten, etwa in den Bereichen Ernährung, Gartengestaltung und Mobilität, engagieren.

Die Bürgerstiftung Pfalz unterstützt diese Projekte mit 500 Euro pro Schule. Laut Frank Leichsenring vom Zukunftsforum Lörrach+ dienten die drei Redebeiträge dazu, Anregungen für den Lörracher Klimaprozess zu sammeln. Nach den Referaten entwickelte sich denn auch ein lebhaftes Gespräch mit engagierten Akteuren aus der Lerchenstadt, darunter mit Vertretern der Lörracher Ableger von „Fridays for Future“ und „Parents for Future“ sowie mit Aktiven der „Klimafreunde Lörrach“.

Zukunftsforum Lörrach+

Das 2017 von Fairnetzt und Schöpflin Stiftung gegründete Zukunftsforum entwickelt keine eigenen Projekte, sondern fungiert als Plattform und Impulsgeber für Bürgerbeteiligung zu gesellschaftlichen Themen. Anmeldungen zum 2. Projektcamp am 11. Mai sind noch möglich.

www.zukunftsforum-loerrach.de

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