Lörrach Klimawende: Klimafonds Lörrach geht an den Start

Marco Fraune
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Im äußersten Südwesten der Republik ist der erste Klimafonds von Bürgern für Bürger gegründet worden. Ziel ist es, dem Klimawandel lokal mit konkreten Maßnahmen zu begegnen. Mit Unterstützung von Experten sollen diese ausgewählt werden und dann mit Fördermitteln Strahlkraft entfalten.

Von Marco Fraune

Lörrach. Oft fühlen sich die Menschen ratlos und hilflos, wenn von den klimatischen Veränderungen die Rede ist, wissen die beiden Lörracher Klimafonds-Vorsitzenden Mechthild Beucke-Galm und Christiane Herborn. Im Runden Tisch Klima engagiert, geht es häufig auch um den CO2-Fußabdruck der Bürger, womit man aber an gewisse Grenzen stoße. Daher entstand von zwei Mitgliedern die Idee, vor Ort mit Geld Projekte für den Klimaschutz zu realisieren. Das wiederum griffen Beucke-Galm und Herborn auf und führten sie letztlich in den neuen Lörracher Klimafonds über. „Wir wollen die Leute mitnehmen und ihnen die Möglichkeit bieten, etwas zu machen.“

Es geht um die Reduzierung des CO2-Ausstoßes sowie um CO2-bindende Maßnahmen. Beispielsweise kann die Installation von PV-Anlagen an Kitas finanziert werden, denen das Startkapital fehlt. Auch die Renaturierung von Feuchtgebieten ist eine Option, wie die Wiederherstellung eines Moores.

„Uns geht es darum, das Thema vom individuellen Verhalten auf die kollektive Ebene zu heben“, sagt Beucke-Galm im Gespräch mit unserer Zeitung. Und Herborn ergänzt: „Die Klimawende kann man nur gemeinsam schaffen und man darf nicht warten, dass der Staat immer etwas tut.“

Experten im Beirat dabei

Von Bürgern für Bürger ist das Leitmotto, was laut den Lörracher Fonds-Gründerinnen bundesweit einzigartig ist. Mithilfe von vielen Spendern und Sponsoren soll der Fonds-Topf gefüllt werden. Wer wie viel Geld erhält, behält sich das Vorstands-Duo vor, doch setzt auf den Beirat, dem vier Experten angehören: Julia Kovar-Mühlhausen (Leiterin der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg), Oliver Wagner (Co-Leiter des Forschungsbereichs Energiepolitik am Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie), Jan Münster (Leiter der Energieagentur Südwest) und Britta Staub-Abt (Leiterin des Fachbereichs Umwelt und Mobilität). „Der Beirat hat die Fachkompetenz und ein stark empfehlendes Recht.“ Die Anträge können zuvor von der Homepage des Runden Tisches Klima heruntergeladen, ausgefüllt und eingetragen werden (https://rtk-loerrach.de/klimafonds/).

Die Initiatorinnen sehen es so, dass sie damit unterm Strich das rechtliche Gefäß geschaffen haben, das nun mit Leben gefüllt wird, wenn sich viele Bürger aus Lörrach und der Region engagieren. Und dies soll über die Landkreis-Grenzen hinaus wirken. Herborn: „Die Vision ist, dass der Klimafonds Lörrach als Blaupause in anderen Städten fungiert.“ So dürften diese auch gerne die Lörracher Satzung kopieren.

Selbstwirksam werden

Erst einmal sei aber klar, dass es Gelder von Fördermitgliedern, Stiftungen, Unternehmen und Bürgern aus Lörrach und der Region bedarf. Noch sei das Bankkonto leer, doch auch erst vor einer Woche eröffnet worden. „Die bisherigen Gespräche mit zwei Stiftungen und Geschäftsleuten sowie einzelnen Bürgern machen aber Hoffungen“, erklärt Beucke-Galm; auch die Lörracher Stadtspitze freue sich über die Initiative. Und Herborn unterstreicht: „Der Klimafonds bietet die Möglichkeit, eine Perspektive aus der Hilflosigkeit heraus zu schaffen. Der Fonds versetzt uns in die Lage, aktiv und selbstwirksam zu werden.“ Wichtig sei dabei, dass zusätzliche Maßnahmen gefördert werden.

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