Lörrach Könige vor der Kamera

Der Lörracher Weihnachtsmarkt fällt in diesem Jahr coronabedingt aus. Das „Dreikönigsklopfen“ für die Hilfsorganisation „Chinderlache“, das zum festen Bestandteil des Weihnachtsmarktes gehört, soll dennoch stattfinden – wenn auch nicht im üblichen Format, wie der Vorsitzende Erich Fischer im Interview mit Kristoff Meller erläutert.

Frage: Herr Fischer, was haben Sie konkret als Ersatz geplant und wer unterstützt Sie dabei?

Obwohl der Weihnachtsmarkt in Lörrach in diesem Jahr nicht stattfinden wird, wollten wir die „Klopfaktion“ auf keinen Fall ausfallen lassen. Eine kurze Rückfrage bei allen, die in den vergangenen Jahren uns als Könige dabei unterstützt haben, hat ergeben, dass fast alle von ihnen uns auch unter veränderten Umständen nicht im Stich lassen wollen. Neue Wege sind entsprechend gesucht und gefunden worden. „Virtuelles Dreikönigsklopfen“ ist die Lösung und sieht so aus, dass wir in den Räumlichkeiten des Gardencenters Schmitt „pandemiekonform“ klopfen werden. Mit Unterstützung des bekannten Lörracher Filmproduzenten Maurice L. Kubischek werden wir professionell von mehreren Dreikönigsgruppen ein paar Videoabschnitte drehen. Natürlich braucht es zahlreiche Helfer, um dies zu realisieren. Deshalb sind wir sehr dankbar für die Unterstützung von Klaus Breitenfeld, Ingrid Keser, Thomas Arendt (Narrengilde) und der Hauptorganisatorin Monika Grimmer (Narrengilde und Messe Lörrach) sowie natürlich des Gartencenters Schmitt für die Räumlichkeiten.

Frage: Wie groß ist die Bereitschaft unter den bisherigen „Königen“, trotz der Umstände für Chinderlache zu klopfen?

Die Aktion musste sehr spontan und mehrmals umgeplant werden, trotzdem konnten fast alle ehemaligen Klopfer uns ihre Teilnahme zusichern. Die bekannten Könige sind uns treu: Oberbürgermeister Jörg Lutz sowie die Bürgermeisterin Monika Neuhöfer Advic, Diana Stöcker (Bürgermeisterin Rheinfelden und Vorstandschaft Chinderlache), Margarete Kurfeß (Grüne Lörrach), die Fasnachtscliquen Lärchen und Schneeschälle, die Narrenzunft Lörrach, die Narrenzunft Wiler Zipfel, die Narrengilde Lörrach, die Messe Lörrach und ich werden dabei sein.

Frage: Wie laufen die Dreharbeiten ab, damit diese die Vorgaben der aktuellen Corona-Verordnung erfüllen?

Wir haben sieben Gruppen á drei Personen gebildet, die in zeitlichen Abständen kommen werden. Geklopft wird im Abstand der 1,5 Meter, auf je einem Podest. Für Hygienemittel und Masken ist gesorgt und für jeden gibt es natürlich ein frisch gewaschenes, desinfiziertes Gewand.

Frage: Und wie wird die „Klopfaktion“ anschließend verbreitet, um möglichst viele Spender zu erreichen?

Die gedrehten Video-Abschnitte werden wir bis zum Jahresende im Wechsel in den sozialen Medien wie Facebook, Instagram, Youtube und Co. sowie auf den virtuellen Weihnachtsmärkten im Netz veröffentlicht. In dem Video wird ein QR-Code beziehungsweise Bankdaten sowie das Paypal-Konto für das bargeldlose Zahlen angezeigt. Wir hoffen auf große Solidarität von Seiten vieler Menschen aus dem Landkreis und über die Grenzen hinaus. Zusätzlich werden wir in den regionalen Geschäften A4- und A3-Plakate aufhängen, um auf unsere „Klopfaktion im Netz“ aufmerksam zu machen. Über einen QR-Code gelangt man dann auf die einzelnen Videos und auf die Homepage von Chinderlache.

Frage: Was passiert mit den Spendengeldern?

Wir suchen nicht nur Spendengelder, sondern auch Projekte, um gezielt zu spenden und zu helfen. Wie bei unserem aktuellen Projekt „Nah dran – nicht reden sondern handeln“. Chinderlache sorgt dafür, dass die Hilfe zeitnah dort ankommt, wo sie von den Kindern am dringendsten benötigt wird. Wenn immer möglich, werden dafür Sachspenden an Kinder, Familien oder Institutionen übergeben.

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