Lörrach Konsum wieder ankurbeln

Ab 1. Juli soll die Mehrwertsteuer gesenkt werden, um den Konsum wieder anzukurbeln. Foto: Archiv

Lörrach - Um den Konsum und damit die Wirtschaft wieder anzukurbeln, soll ab Juli bis zum Jahresende der Mehrwertsteuersatz vorübergehend leicht gesenkt werden – von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise von sieben auf fünf Prozent. Händler und Dienstleister sollen diese Senkung laut Bund der Steuerzahler möglichst eins zu eins an die Kunden weitergeben.

Am einfachsten wäre das durch eine Reduzierung der jeweiligen Preise möglich. „Der Einzelhandel hat aber auch die Option, am Ende einen Nachlass zu geben, anstatt tausende Preisschilder umzuetikettieren“, erklärte Hans-Werner Breuer, Vorsitzender von Pro Lörrach, am Rande des Einzelhandel-Mediengesprächs am Montag im Rathaus (wir berichteten ausführlich). Oberbürgermeister Jörg Lutz ergänzte, man müsse „flexible Lösungen finden“, um die Mehrwertsteuer-Senkung an die Verbraucher weiterzugeben.

Senkung als „Kokolores“ bezeichnet

„Eine Steuerrückerstattung für jeden wäre viel besser, als jetzt die Mehrwertsteuer vorübergehend zu senken“, befand hingegen Antje Porombka, Inhaberin der Courage-Modegeschäfte in Lörrach. Sie bezeichnete die vom Bund geplante Senkung als „Kokolores“. Porombka: „Wenn jemand jetzt keine 100 Euro für eine neue Jeans hat, hat er auch keine 97 Euro.“

„Viele Leute haben 97 und 100 Euro, sie geben sie aber derzeit nicht aus“, entgegnete Marion Ziegler-Jung, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Lörrach. Wenn beispielsweise sämtliche Feste wie Abitur-Feiern oder Hochzeiten abgesagt werden müssten, kaufe auch niemand ein neues Abendkleid oder einen Anzug. Durch die Mehrwertsteuer-Senkung solle nun der Effekt erzielt werden, dass die „Kauflaune“ zurückkehre und beispielsweise größere Anschaffungen – bei denen sich die Steuersenkung besonders bemerkbar macht – vorgezogen werden. „Ich hoffe, dass die Wirkung kommt“, sagte Ziegler-Jung.

Lutz: „Corona-Krise ein Marathonlauf“

„Die Corona-Krise ist aber ein Marathonlauf“, betonte, Jörg Lutz. Für den Einzelhandel werde diese Krise „nicht schnell erledigt sein“, prognostizierte der OB. Zumal die derzeitige Unsicherheit bei den Kunden und die Angst vor einem möglichen Verlust des eigenen Arbeitsplatzes „extrem konsumhemmend“ seien.

Dennoch dürfe man den Kopf nicht in den Sand stecken und müsse versuchen, die große Depression zu verhindern und alles dafür tun, damit wieder Geld in den Wirtschaftskreislauf komme. Gleichwohl sei klar, dass die Krise „nicht spurlos an der Stadt vorbeigehen“ werde. Lutz: „Ich bin aber optimistisch, dass wir es gemeinsam schaffen und mit einigen Kratzern gut aus der Krise zu kommen.“

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