Lörrach Künstlerische Kreativität ausleben

Die am Kunstprojekt teilnehmenden Kinder stellten während einer Vernissage im Weiler Kieswerk zusammen mit Integrationsmanagerin Canan Sellur, Nazmije Mahmutaj, Projektleiterin Migration beim Diakonischen Werk, Jan M. Olaf, Präsident Rotary Club Lörrach, Malerin Ania Dziezewska und Bildhauer Volker Scheurer (von links) ihre Kunstwerke der Öffentlichkeit vor.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Foto: Denis Bozbag

„Ran an die Pinsel und entdecke den Künstler in dir.“ So lautete für zehn kreative Köpfe im Alter von neun bis elf Jahren vergangene Woche im Weiler Kunstraum Kieswerk die Devise. Möglich war diese durch eine Spende des Rotary Clubs Lörrach.

Lörrach/Weil am Rhein. Ob Farbe, Holz, Papier, Kunststoff oder Perlen: Alle Materialien, welche die Kunstwelt zur Verfügung hat, sind beim Malen, Modellieren und Relief Erstellen verwendet worden. Das Nadia-Murad-Zentrum des Diakonischen Werks Lörrach hat vom 23. bis 27. August zusammen mit der Malerin Ania Dziezewska und dem b Künstler Volker Scheurer ein vielseitiges Kunstprojekt für geflüchtete Kinder verwirklicht. Ermöglicht wurde dies durch eine Spende des Rotary Clubs Lörrach.

In seiner Weihnachtsaktion hatte der Club durch den Verkauf von Schlüsselanhängern aus Bronze einen Erlös in Höhe von 10000 Euro erzielt. „Die Nachfrage nach den Sammlerstücken war groß“, betont Jan M. Olaf, Präsident des Rotary Clubs Lörrach, während der Vernissage am Freitag. „Wir hatten sogar einen Käufer aus Marburg“, berichtet Olaf.

Auf der Vorder- und Rückseite der Anhänger sind Motive aus Flora und Fauna zu sehen. Der Erlös fließt nun in diverse Projekte für traumatisierte Kinder und Jugendliche, die zusammen mit ihren Familien aus der Heimat fliehen mussten.

Das Angebot, der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen, sei gerade in Zeiten der Pandemie sehr dankbar angenommen worden, sagt Canan Sellur, Integrationsmanagerin vom Nadia-Murad-Zentrum, im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Für die Kinder war es eine sehr schöne Erfahrung, in der Gemeinschaft ihre künstlerischen Fähigkeiten erproben zu können, sich gegenseitig zu helfen und so ihr Sozialverhalten zu stärken.“ Doch nicht nur kreativ kamen die Kleinen auf ihre Kosten. Es wurde auch zusammen zu Mittag gegessen und im Freien gespielt. Das sei eine Art der Geselligkeit, welche die Kinder während der Pandemie kaum noch so erleben, erzählt Sellur.

Für den Weiler Bildhauer Scheurer war dies nicht der erste Workshop für junge Menschen, bei dem die Teilnehmer die Grundlagen der bildenden Künste erlernen. 2001 übernahm er das unter Denkmalschutz stehende alte Gebäude im Dreiländergarten und wandelte es in eine Kunstbühne um. Früher habe er einige Kunst-Kurse für Schüler veranstaltet, doch leider hätten die Bildungseinrichtungen ihre Budgets in letzter Zeit immer weiter gekürzt und die Workshops seien weniger geworden.

Mit sehr viel Fleiß haben die am Projekt teilnehmenden Kinder nun ein eigenes Kunstwerk für zuhause geschaffen.

Obwohl das Thema frei gewählt werden durfte, war eines der beliebten Motive der Schneemann. Einige der Kinder haben hier ihren ersten richtigen Schnee erlebt und einen Schneemann bauen können. Dieses ungewohnte Wintererlebnis haben sie gestalterisch in ihren Werken verarbeitet.

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