Lörrach Kulturgut sammeln und erhalten

Die Oberbadische
Sie präsentieren eine Auswahl der neuen Objekte (v. l.): Roland Wetzel, Ute Lusche, Inge Gula, Markus Moehring und Heinrich Benner (stellvertretender Vorsitzende Museumsverein) Foto: Kristoff Meller Foto: Die Oberbadische

Von Kristoff Meller Lörrach. Nach einjähriger erfolgreicher Spendensammlung hat der Lörracher Museumsverein gestern der Bürgerstiftung im Dreiländermuseum einen Betrag von etwas mehr als 30 000 Euro für den Museumsfonds der Stiftung übergeben. Das Gesamtvolumen des Fonds beläuft sich damit derzeit auf rund 445 000 Euro, wie Roland Wetzel, Vorstandsmitglied der Stiftung, erklärte. Mit den Zinsen erwirbt das Museum neue Kulturgüter und investiert in Erhalt sowie Restaurierung der Sammlung. „Es ist schön, dass wir als Träger helfen können, über den Fonds in den Erhalt von Kulturgütern zu investieren“, sagte Bürgerstiftungsvorsitzende Ute Lusche.

Aufgrund der Finanzsituation belaufen sich die Zinsen derzeit trotz einer Wiederanlage allerdings lediglich auf ein Prozent. „Das ist schon ein subventionierter Zins“, machte Wetzel deutlich. Ein zusätzliches Risiko für bessere Erträge einzugehen, steht aber weder für die Bürgerstiftung noch für den Museumsverein zur Debatte. „Das Geld wird konservativ angelegt“, erklärte Inge Gula. Die Vorsitzende des Museumsvereins dankte der Bürgerstiftung für die Verwaltung des Fonds. Für das Fundraising ist hingegen der Museumsverein und das Museum selbst zuständig. Die Spenden werden beispielsweise durch Mitgliedsbeiträge, Einzelspenden oder den Verzicht auf Honorare bei der Museumsarbeit generiert. Dadurch mache man zwar „keine großen Sprünge“, das Vermögen wachse aber „kontinuierlich“, sagte Gula.

Museumsleiter Markus Moehring präsentierte am Rande der Übergabe einige der Neuerwerbungen, die Mithilfe der Zinserträge im vergangenen Jahr für die „größte Sammlung zwischen Freiburg und Bodensee“ erworben werden konnten. Dazu gehört ein um 1770 entstandenes Ölgemälde, das den Lörracher Nikolaus Küpfer zeigt. Der Fabrikant leitete die Indienne-Fabrik, aus der später die KBC Lörrach hervorging.

Außerdem konnte Moehring 50 Plakate ankaufen, die sich mit dem „wichtigsten Stück Nachkriegsgeschichte für den badischen Raum“ – dem Wahlkampf für den „Südweststaat“ im Jahre 1951 – auseinandersetzen. Allerdings handelt es sich dabei lediglich um Plakate für einen Südweststaat. Die Mehrheit der Südbadener war damals gegen einen gemeinsamen Staat, weshalb Moehring auf der Suche nach Plakaten der Gegner ist.

Das Dreiländermuseum genieße mittlerweile einen ausgezeichneten Ruf bei Sammlern und erhalte regelmäßig Angebote. Man sei dabei in einem Wettbewerb mit anderen Interessenten, erklärte Moehring. Dank des Fonds könne man aber sehr schnell handeln und erhalte so oftmals den Zuschlag.

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