Lörrach Kunst macht einfach Spaß

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Mit der Nacht der offenen Ateliers hat sich Kunst auf einem reichhaltigen Tisch präsentiert. Das Angebot, die Künstler am Ort ihres Schaffens zu besuchen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen, wurde von den Kunstinteressierten rege genutzt.

Lörrach (sc). Doch, was ist Kunst? Kunst lässt sich nicht begreifen, Kunst ergreift. Manche der ausgestellten Werke überwältigen, machen sprachlos, lassen stauen.

Im Hinterhof

So die Bilder von Elena Politowa, die in einem Hinterhof an der Schwarzwaldstraße ihr Atelier hat. Eine endlose Treppe führt in den vierten Stock. Empfangen wird der Besucher von einem Bild mit strahlend blauem Himmel und goldgelbem Weizenfeld. Im Raum daneben hängen Werke in zarten, fließenden, hellen Farben. Kaum jedoch wird das Schwarzlicht eingeschaltet, zeigen die Bilder ein ganz anderes Gesicht. Nun erwachen sie zu einer Lebendigkeit, die einem Feuerwerk gleicht. Reiseimpressionen, Erlebtes verarbeiten, das findet sich in den Bildern von Magdalena Schneider.

Einiges los

Intuitiv entstehen die Bilder von Petra Pompe, die Gast im Atelier Schneider ist. Mittig sind die Farben platziert, darum herum viel weiße Fläche. „Der Besuch war bisher sehr gut“, sagen die Künstlerinnen. Sie hätten kaum Zeit gehabt, zur Ruhe zu kommen.

Auch bei Paolo Pinna an der Küpferstraße herrscht reger Betrieb. Empfangen werden die Gäste hier von einer Reihe aus Holz geschnitzter Figuren. „Im Mittelpunkt meines Schaffens steht der Mensch und die Liebe“, sagt Pinna. Während üppige Frauenfiguren das Atelier schmücken, finden sich vor der Tür schlanke stelenartige Werke. Die Frauenfiguren stellen die Mutter und die Fruchtbarkeit dar. Die Werke vor der Tür seien dem Wuchs des Holzes entsprechend entstanden, verrät der Künstler. In Sardinien ist er geboren und er sagt von sich, er sei mit dem Schnitzmesser in der Hand zur Welt gekommen. Neben seiner Arbeit mit Holz ist er auch als Bildhauer tätig. Sein neuestes Werk sind drei Schiffe aus Beton. Auf einem finden sich Autos, auf dem anderen Container und in der Mitte steht ein Schiff voller Menschen. Damit will Pinna aufzeigen, dass Waren oder aber auch Menschen wie Ware über das Meer kommen.

Lichtstimmungen waren bei Christoph Geisel zu sehen. Aber auch Bilder in alten Rahmen, teils in 3D oder ganz flach, hat Geisel mit der Sprühdose geschaffen. Als Accessoire für die Dame hängen an einer Wand Handtaschen aus Buchenholz, die ebenfalls in den unterschiedlichsten Mustern besprüht wurden.

Hinter der Villa

Marmor aus Carrara, Alabaster und Kalkstein, das sind die Zutaten für die Plastiken von Michael Jaks. Sein Thema ist die Verbindung, die sich in der liegenden Acht als Zeichen für die Unendlichkeit findet. Seit acht Jahren arbeitet er in seinem Atelier hinter der Villa Aichele. Auch Jaks freut sich über die vielen interessierten Besucher und die guten Gespräche.

Fasziniert lauschen

Einen Bogen Papier, da gibt es nur oben und unten, Wellenmuster oder Figuren falten. Wie das mit einfachsten Hilfsmitteln geht, das erlebten die Besucher bei Elke Muche an der Luisenstraße. Mehrere Tage benötigt Muche, um eines ihrer Kunstwerke herzustellen. Fasziniert lauschten die Besucher, als die Künstlerin berichtete, wie sie aus einem Rettich ein solches Faltbild hergestellt hat. Gepresst, getrocknet und umgelegt, was sich so einfach anhörte, setzt das Erfahrung und Können voraus.

Was ist also Kunst?

Auch junge Künstler hatten an diesem Abend ihr Forum. So Ganesha Simha, der bei Paolo Pinna ausstellen konnte. Seine Bilder sind auf den ersten Blick verstörend, dennoch Ausdruck seines Weltempfindens und bei genauem Hinsehen ein Stück Realität.

Nun, was also ist Kunst? Kunst erfüllt die Sinne, lässt stauen und weitet den Horizont. Ganz einfach, Kunst macht Spaß, das ist sicher.

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