Lörrach Kunst trifft Natur

Markus Greiß
Petra Pompé führte durch ihren offenen Ateliergarten.                                                   Foto: Markus Greiß

In Petra Pompés Garten im Grütt läuft ein Natursteinweg auf eine Staffelei mit einem quadratischen Bild zu, das Flusssteine in verschiedenen Grauschattierungen zeigt

Von Markus Greiß

Lörrach. An einer Holzwand hängen zwei weiß grundierte Bilder mit herbstgelben Ginkgoblättern, die mit einem in frischem Grün stehenden Ginkgobaum korrespondieren. Und der sich im Wind wiegende rote Klatschmohn widerspiegelt sich in zwei orangeroten Farbkompositionen.

Immer wieder finden an diesem sonnigen Sonntag Spaziergänger den Weg in Pompés „offenen AteliergARTen“, wo Kunst und Natur ineinander übergehen. Gut gelaunt führt die Lörracher Künstlerin ihre Besucher durch ihre Freiluftausstellung und erzählt dabei von ihrem künstlerischen Schaffen: „Ich stehe vor der weißen Leinwand, greife zu einer Farbe und fange an. Dann bin ich wie in einer anderen Welt, in einer Farbenwelt.“

Petra Pompé lernte bei Rolf Samuel

Sie arbeitet mit unterschiedlich schnell trocknenden Öl- und Acrylfarben, trägt hier mit dem Pinsel Schichten auf, nimmt dort mit dem Spachtel Farbe weg, integriert Strukturen aus Papier, Rinde und Sand in das Bild. Pompé schaut, was sich dabei entwickelt und gibt dem Bild am Ende eine Richtung und einen Titel. Etwa beim hochformatigen, in Blau, Gelb- und Grüntönen gehaltenen Gemälde „Conversation“. Einige der zuletzt aufgetragenen roten Formen haben hier eine menschliche Gestalt erhalten und scheinen miteinander zu kommunizieren. „Die Bilder geben mir viel, ich gebe ihnen viel.“ Obwohl sie an ihren Werken hängt, könne sie sich inzwischen auch von ihnen trennen. Für jeden Geldbeutel sei etwas dabei, sagt Pompé, die seit ihrer Kindheit malt.

Ihr Talent hat sie in Kursen des Lörracher Künstlers Rolf Samuel weiterentwickelt. Später erteilte sie im Rahmen des städtischen Seniorenprogramms „PlusPunktZeit“ selbst Unterricht in freier, intuitiver Malerei. In den letzten zwei Jahren sind diese Kurse aber der Coronapandemie zum Opfer gefallen – genauso wie ihr „offener AteliergARTen“.

In diesem sind neben den Gemälden an diesem Sonntag viele Gegenstände zu finden, die Pompé auf ihren Streifzügen durch die Natur entdeckt und in Kunstwerke verwandelt hat: Etwa „Hühnergötter“ – also Steine mit natürlich entstandenen Löchern, die wie Christbaumkugeln an den Ästen eines Baumes hängen. Oder Treibholz mit Steineinschlüssen aus der Wiese, das die Form von Raubvögeln, Seepferdchen oder Fischen zu haben scheint und von Pompé effektvoll präsentiert wird.

Bereits Anfang Juli stellt Pompé einige ihrer Werke wieder aus – dann in der Villa Aichele.

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