Lörrach Langsam fahren!

Foto: Kristoff Meller Foto: Die Oberbadische

Die Autos bremsen schon beim Anblick der neuen Blitzer in der Brombacher Ortsdurchfahrt, in Betrieb sind sie indes noch nicht. Die Messtechnik wird erst in der kommenden Woche eingebaut, dann muss noch die Freigabe durch das Eichamt erfolgen, bevor die stationären Geschwindigkeitsüberwacher gleich mehrere Funktionen erfüllen sollen.

Von Kristoff Meller

Lörrach-Brombach. In erster Linie werden Blitzer aufgestellt, damit sich die Verkehrsteilnehmer an die erlaubte Geschwindigkeit – im Brombacher Fall Tempo 30 – halten. Im Ortsteil erhofft man sich durch die Kontrolle aber auch eine Verkehrsberuhigung, da bislang viele Autofahrer, vor allem zu Stoßzeiten, wenn die B 317 überlastet ist, die Ortsdurchfahrt als alternative Route nutzen. Die beiden dunklen hohen Säulen an der Lörracher Straße auf Höhe der Albertusstraße sollen eine abschreckende Wirkung haben und die vermeintliche Abkürzung für „Durchfahrten“ unattraktiv machen.

Wann genau die Geräte in Betrieb gehen, steht noch nicht fest, wie Stephan Meier, Stellvertretender Fachbereichsleiter Straßen, Verkehr, Sicherheit, gestern auf Anfrage erklärte. „Das Innenleben“ – die Technik des Messanlagenherstellers Jenoptik Robot aus Monheim – werde in der nächsten Woche eingebaut. Anschließend müssen die Geräte noch geeeicht werden. Darum könne er noch kein genaues Datum mitteilen. Meier rechnet aber fest damit, dass die Blitzer noch in diesem Monat ihren Betrieb aufnehmen.

Unumstritten war die Installation der Blitzer indes nicht: Am Ende sprach sich der Gemeinderat im Januar bei acht Nein-Stimmen und vier Enthaltungen mehrheitlich dafür aus (wir berichteten ausführlich). Man war sich zwar einig, dass langsam gefahren werden sollte, nur wie das in der Ortsdurchfahrt, in der aus Lärmschutzgründen Tempo 30 gilt, erreicht werden könne, darüber gingen die Meinungen trotz Debatten im Ortschaftsrat und im Ausschuss für Umwelt, Technik, Bildung und Soziales sowie im Gemeinderat noch immer auseinander.

Aufgrund eines Antrags der Freien Wähler musste die Verwaltung zudem zunächst prüfen, ob es noch andere Möglichkeiten zur Überwachung der Verkehrssituation gebe – beispielsweise in Form von mobilen Messungen. Die Verwaltung kam jedoch zu dem Schluss, dass diese Alternativen wenige Erfolg bringen würden: Klaus Dullisch, Fachbereichsleiter Straßen, Verkehr, Sicherheit, hatte argumentiert, dass stationäre Kontrollen wirksamer seien, da die Grundgeschwindigkeit der Fahrzeuge sinke, rund um die Uhr kontrolliert werde und mobile Kontrollen wesentlich höhere Personalkosten verursachten.

Für die Anlage in Brombach wurden zwar rund 100 000 Euro investiert, doch sie generiert auch Einnahmen. Bislang gibt es im Stadtgebiet vier stationäre Blitzer – an der Wallbrunn-, Ötlinger-, Kreuz- und Wiesentalstraße. Diese erfassten laut dem städtischen Pressesprecher Alexander Fessler im Jahr 2017 insgesamt rund 35 700 Verstöße, 2016 waren es mit 41 600 sogar noch mehr. In diesem Jahr wurden bis Ende Mai bereits 12 750 Fahrzeuge geblitzt.

Wie hoch die genauen Einnahmen durch die stationären Blitzer sind, lässt sich allerdings nicht ermitteln: „Sie werden bislang nicht separat erfasst", erklärte Fessler. Die im Haushalt 2017 aufgeführte Summe in Höhe von 1,18 Millionen Euro beziehe sich auf alle Bußgelder und Parkverstöße. Doch man muss wohl kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass diese Summe dank der Brombacher Blitzer 2018 steigen wird.

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