Lörrach Lebendiger Verein mit viel Jugend

Der Vorstand (von links): Geschäftsführer Werner Haffke (wieder gewählt), Paul Güntert (zweiter Vorsitzender), Jürgen Talmon-Gros (erster Vorsitzender, wieder gewählt), Rudi Blattner (Kassierer). Nicht auf dem Foto Schriftführerin Gabriele Wipf (wieder gewählt). Foto: Regine Ounas-Kräusel

Lörrach (ouk). Der TuS Stetten weihte im Juli seinen neuen Kunstrasen und im vergangenen Herbst die frisch renovierte Tennisklause ein. Trotz dieser Investitionen schloss der Verein das Jahr 2019 mit einem Überschuss in der Kasse ab. Darüber freuten sich der Vorsitzende Jürgen Talmon-Gros und Kassierer Rudi Blattner bei der Mitgliederversammlung am Freitag. Die Abteilungen des rund 1850 Mitglieder starken Vereins berichteten aus ihrem Sportbetrieb.

Finanzen

Blattner dankte der Stadt und dem Badischen Sportbund für einen Zuschuss von jeweils 30 Prozent für den 220 000 Euro teuren Kunstrasen. Zur gut gefüllten Vereinskasse trugen auch die gute Belegung der Vereinshütte in Todtnauberg, die Altpapiersammlungen der Turner und die Sponsoren bei, so Blattner. Man werde auch für diejenigen Sponsoren weiterhin werben, die 2020 wegen Corona ihre Zuwendungen aussetzen mussten, sagte der Vorsitzende der Abteilung Fußball Ulrich Müller.

Jürgen Talmon-Gros freute sich, dass der TuS einen neuen Pächter für sein Vereinsheim gefunden habe. Für die Tennisklause suche man noch einen Pächter.

Seit die Halle der Fridolinschule wegen Sicherheitsmängeln geschlossen wurde, trainieren die 15 Gruppen der Turnabteilung in der Neumatthalle. Abteilungsleiterin Simone Kothe-Bähr dankte Stadt und IGTS, die dies ermöglichten sowie dem CVJM, der Hallenzeiten frei machte. Wenig optimistisch war sie, dass die Stadt die Halle wie angekündigt innerhalb von drei Jahren sanieren werde.

Abteilung Fußball

Bei der Fußballabteilung ärgerte man sich, dass der SV Weil und der FV Lörrach-Brombach immer wieder junge Spieler, die beim TuS ausgebildet wurden, abwerben. Hole man sie zurück, müsse man auch noch eine Ablöse zahlen, sagte Ulrich Müller. Er berichtete aber auch von einem Neuanfang in der ersten Mannschaft. Das Jugend-Fußballcamp mit Michael Rummenigge wurde wegen Corona auf 2021 verschoben.

Leichtathletik und Tennis

Die Leichtathleten freuten sich über „42 Treppchenplätze“ bei überregionalen Wettbewerben, so auch bei der Europameisterschaft der Seniorinnen. Die Tennisabteilung, bei der 170 junge Leute trainieren, sei der einzige Tennisclub in Lörrach mit Zuwachs bei der Jugend, hieß es. Guiseppe Bottini, der seit 30 Jahren die Jiu-Jutsu-Abteilung leitete, gab bekannt, dass er zum Jahresende aufhören will. Zum TuS Stetten gehören außerdem die Abteilungen Karate, Ski und Volleyball.

Wahlen

Bestätigt wurden Jürgen Talmon-Gros (erster Vorsitzender), Werner Haffke (Geschäftsführer), Gabriele Wipf (Schriftführerin).

Trainingsbetrieb

Die Coronakrise hat den Trainingsbetrieb im TuS Stetten, der mit rund 1850 Mitgliedern der größte Verein in Lörrach ist, gehörig durcheinandergewirbelt. Nach dem Lockdown im Frühjahr lief der Trainingsbetrieb ab Mitte Mai mit beschränkter Personenzahl und mit Hygienekonzept langsam wieder an. Doch das war mit so viel Arbeit verbunden, dass es für die ehrenamtlichen Übungsleiter fast nicht zu bewältigen war.

Dies stellte die Leiterin der Turnabteilung Simone Kothe-Bähr bei der Mitgliederversammlung fest. „Bei mir sind 50 Stunden aufgelaufen, allein in den drei Wochen nach den Sommerferien.“ Zur Turnabteilung gehören 15 Gruppen – vom Eltern-Kind-Turnen bis zur Seniorengymnastik. Für alle gilt ein umfassendes Hygienekonzept: Maximal 20 Personen dürfen in der Halle trainieren. Sie müssen sich per Doodle oder Absprache anmelden und ihre Kontaktdaten hinterlassen. Eltern haben keinen Zutritt zur Halle. Doch wie soll das gehen, wenn ein Vierjähriger zum ersten Mal zum Turnen kommt, fragte Kothe-Bähr. Da viele Kinder nach der Unterbrechung richtig wild auf das Training seien, könne man womöglich gar nicht alle aufnehmen.

Bei Fußballspielen sind inzwischen wieder 500 Menschen auf dem Platz erlaubt, einschließlich der Spieler. Unnötige Kontakte sollen vermieden werden. Zum Beispiel dürfen sich bei Jugendspielen Mannschaften, die nacheinander auflaufen, nicht in den Kabinen treffen. Dies berichteten Ulrich Müller und Andreas Noske vom Vorstand der Fußballabteilung. Die Abstandsregeln unter den Zuschauern durchzusetzen, sei manchmal schwierig: „Wenn Leute zusammenstehen, die sich regelmäßig am Stammtisch treffen, dann kriegst du die nicht auseinander.“

Hygieneregeln

Mannschaftskabinen, Fußbälle, Matten – alles muss regelmäßig geputzt und desinfiziert werden. Doch trotz aller Belastungen hält Simone Kothe-Bähr die Hygienemaßnahmen für richtig. Roland Müller von den Leichtathleten kritisierte, dass die Stadt nach dem Lockdown kein Konzept für die Sportplätze ausgearbeitet habe. Stattdessen hätten die Ehrenamtlichen wöchentliche Trainingspläne ausgearbeitet. Kreativ ging die Abteilung Karate mit den Corona-Einschränkungen um: Zunächst gab es ein Training per Skype, später dann im Freien beim Sportplatz Salzert.

 Info und Kontakt: www.tus-stetten.com

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