Lörrach Lesestoff für die Salzert-Bewohner

Spender und Initiatoren (vorne v.l.): Sabine Mahler (Gebäude- und Grundstücksmangement) und Günther Heck (Vorstand Volksbank Dreiländereck Lörrach) ziehen die Schleife zur Einweihung; hinten (v.l.): Frank Sütterlin (Werkhof), Ute Lusche und Frank Hovenbitzer. Foto: Gabriele Hauger

Lörrach - Von der Erfolgsautorin Jojo Mojes bis zum großen Peter Härtling: Ausreichend Lesestoff wartet seit gestern auf die Bewohner des Salzert. Mit der Einweihung des mittlerweile vierten öffentlichen Bücherschranks am Eingang des Stadtteils in der Salzertstraße 1, günstig neben der Bushaltestelle gelegen, sollen die Menschen direkt in ihrem Wohnumfeld literarische Anregungen bekommen – kostenlos.

Möglich wurde das 10 000 Euro teure Projekt durch das Engagement der Bürgerstiftung, der Volksbank Dreiländereck, der Stadt Lörrach, der Architekten Wilhelm und Hovenbitzer, ausgeführt durch die Firmen Schilling Metallbau und Glas-Fritz. Der Werkhof war bei der Herstellung des Fundaments für den gläsernen Bücherschrank tätig.

Treffpunkt für Bücherfreunde

Die Vorsitzende der Bürgerstiftung, Ute Lusche, freute sich bei der offiziellen Einweihung, dass gerade in einem Stadtteil wie dem Salzert, der über nur wenige Einrichtungen für die Bürger verfüge und der kein altes, gewachsenes Zentrum besitze, nun eine Art Treffpunkt für Bücherfreunde entstanden sei. An strategisch guter Position, für alle Salzert-Besucher unübersehbar, hofft sie, dass der neue Bücherschrank dem Salzert gut tut. „Die Menschen sollen das Gefühl haben, hier wird etwas für uns getan.“

Bei dieser Gelegenheit verwies sie nochmals auf das generelle Konzept der Bücherschränke, die es außerdem am Senigallia Platz, in Stetten sowie in Tumringen gibt. „Diese Bücherschränke sind nicht für die Entsorgung ungeliebter alter Bücher gedacht. Dafür gibt es den Recyclinghof.“

Nicht für die Entsorgung ungeliebter alter Bücher

Vielmehr gehe es darum, inspirierende Literatur in gutem Zustand an andere Lesefreunde weiterzugeben und dabei vielleicht selbst neuen Lesestoff zu entdecken. Leider komme es bei den bisher existierenden Bücherschränken immer wieder vor, dass diese dazu missbraucht würden, alte Prospekte, inaktuelle Reiseführer, religiöse Schriften oder zerfledderte Bücher zu entsorgen. „Wir hoffen auf gute Bücher mit einem gewissen Anspruch, gerne auch für Kinder“, so Lusche. Schließlich liegen Schule und Kindergarten ganz in der Nähe.

Jeder Bürger könne sich dabei an einer entsprechenden Befüllung des Schranks beteiligen, was im übrigen gestern bereits einige literaturaffine Lörracher taten. Sie hofft indes auf Paten, die für eine regelmäßige „Betreuung“ des neuen Bücherschranks auf dem Salzert sorgen.

Paten gesucht

Diese können sich gerne direkt im Bürgerstiftungsbüro melden (Tel. 07621/ 1682277). Ideal wären natürlich Anwohner des Salzert.

Generell freuen sich alle Initiatoren und Unterstützer, dass die öffentlichen Bücherschränke insgesamt sehr gut angenommen werden. Vandalismus sei glücklicherweise bisher praktisch kein Thema. Allerdings hätten in der Corona-Zeit offensichtlich einige Bürger die öffentlichen Bücherschränke genutzt, um ihre ausgemisteten Bücher loszuwerden. Sollte diese Unsitte überhand nehmen, wolle man sich mit der Stadt Lörrach überlegen, wie dem entgegengesteuert werden könne.

Kaum war die Einweihung beendet, näherte sich bereits eine erste neugierige Dame und zog kurz darauf zufrieden mit einem Buch in der Hand weiter.

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