Lörrach - Im Burghof saßen am Wochenende überall Kinder und lasen vertieft in einem Buch. Manche Kinder kuschelten sich an ihre Eltern und ließen sich vorlesen, andere bastelten ein Heft für die eigenen „Lügengeschichten“ oder verfolgten Lesungen und Theaterstücke auf der großen Bühne. Die 27. Kinderbuchmesse war auch in diesem Jahr gut besucht.

„Echt wahr...oder?“ lautete diesmal das Motto. Bei höchst kurzweiligen und spannenden Lesungen, Theateraufführungen und Workshops ging es um das weite Feld zwischen Wahrheit, Lüge und Fantasie. Am Samstagmittag saßen acht Kinder  im Workshop mit der Illustratorin Christina Röckl. Aus alten Saftkartons bastelten sie ihre eigenen „Lügengeister“. 

Fotostrecke 7 Fotos

Monster und Wesen mit fantastischen Kräften

Das waren Wesen mit fantastischen Kräften: ein frecher Rabe hatte auch hinten Augen und konnte alles sehen. Ein Monster ernährte sich von Wörtern, die die Menschen sprachen. In einem selbst gebastelten Heft schrieben und zeichneten die Kinder ihre Geschichten auf. Wo verläuft die Grenze zwischen Wahrheit, Lüge und Fantasie? In einem anderen Workshop konnten die Kinder über diese Frage philosophieren.

Auf der großen Burghof-Bühne lasen diverse Kinderbuchautoren aus ihren Werken vor. In Salah Naouras Buch „Matti und Sami und der größte Fehler ihres Lebens“ stand zum Beispiel eine faustdicke Lüge mit unerwarteten Folgen im Mittelpunkt. Der Junge Matti erreicht mit einer Lüge, dass seine Familie in den Urlaub nach Finnland fährt – in die Heimat seines Vaters. Doch da warten Überraschungen.

Der Autor las mit kräftiger Stimme und feinem Humor. Kinder und Erwachsene auf der kleinen Tribüne und den Kissen vor der Bühne lauschten ihm aufmerksam, ebenso wie beim Buchgespräch am Sonntag mit Messseleiterin Birgit Degenhardt (wir berichten noch). In die Klage, dass Kinder sich heutzutage nicht mehr lange konzentrieren könnten, könne sie nicht einstimmen, sagte Degenhardt unserer Zeitung: „Davon spüren wir auf der Kinderbuchmesse nichts.“   

Zweisprachige Lesungen kommen gut an

Degenhardt, die als Baronin Münchhausen bei der  Eröffnung am Freitag skurrile Geschichten aufgetischt und den Sponsoren und Ehrengästen extralange Buchmessen-Ehrenwahrheitsnasen verpasst hatte (wir berichteten), freute sich über die zahlreichen Besucher und darüber, dass auch Französisch und andere Fremdsprachen zu hören waren. Das ehrenamtliche Team der Kinderlobby um Degenhardt organisiert die Kinderbuchmesse schon seit 27 Jahren, seit 20 Jahren findet die Messe im Burghof statt.

Zum Programm gehörten auch zweisprachige Lesungen in Deutsch-Albanisch, Arabisch, Türkisch, Französisch und weiteren Sprache, bei denen Eltern oder andere Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, Geschichten aus ihrer Kultur vorlasen. Zum Teil fanden die Lesungen in Zusammenarbeit mit der Schubert-Durand-Stiftung statt.

Selbstverständlich konnte auf der Kinderbuchmesse auch nach Herzenslust gelesen werden. Die nicht-kommerzielle Kinderbuchausstellung KIBUM zeigte Hunderte von Neuerscheinungen. Auf den Teppichen zwischen den Regalen schmökerten Kinder oder ließen sich von Eltern oder anderen Begleitern vorlesen. Nebenan in der Alten Feuerwache betrachteten sich Kinder mit Tablet, Kopfhörer und App bekannte Kinderbücher. Spannend war, dass die jungen Leser den Bildschirm berühren und in den Geschichten mitmachen konnten. Auch hier herrschte entspannte Stille.

Im Foyer und auf den Gängen des Burghofs umlagerten viele Besucher die Stände der Buchhandlungen und der anderen Aussteller. Im Untergeschoss nutzen Besucher die angebotenen Spiele. Engagierte Eltern trugen mit internationalen Speisen zur Verpflegung bei.
 

  • Ein Video zum Auftakt Kinderbuchmesse gibt es auf unserer Facebookseite und weitere Fotos in unserer Galerie