Lörrach Leuchtturm Lauffenmühle

SB-Import-Eidos

„Wir brauchen solche Leuchtturmprojekte.“ Mit diesen Worten lobte Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk am Samstag das Lörracher Projekt „Lauffenmühle“.

Lörrach (ouk). Die Stadt will auf dem Gelände der früheren Textilfabrik bekanntlich Deutschlands erstes klimaneutrales Gewerbegebiet in Holzbauweise verwirklichen. Minister Hauk ließ sich anlässlich des Tages der Städtebauförderung über das Gelände führen. Auch mehr als hundert Bürgerinnen und Bürger nahmen an Führungen teil.

Holz als Kohlendioxid-Speicher

„Klimaneutralität und Nachhaltigkeit sind die Themen dieses Jahrhunderts“, stellte Hauk fest. Angesichts von Putins Überfall auf die Ukraine sei es außerdem wichtig, dass Deutschland seine Abhängigkeit von russischer Energie verringert. Diesen Zielen komme man näher, wenn man Holz als Baustoff verwende anstelle von Beton, der mit viel Energie hergestellt werde.

Verbautes Holz speichere das Kohlendioxid, das der Baum beim Wachsen eingelagert habe, erklärte der Minister: Der Dachstuhl des Freiburger Münsters tue dies zum Beispiel schon seit mehr als 1000 Jahren.

Ausgezeichnetes Projekt

Aus diesen Gründen habe das Land die Stadt Lörrach für das Projekt „Lauffenmühle“ im Rahmen seiner Holzbauinitiative auch ausgezeichnet. Zwei Eckpunkte waren dem Minister wichtig: Erstens müsse Bauholz aus dem Schwarzwald, aus der Region kommen, sagte er. Und zweitens: „Holzbau ist ein klares Bekenntnis zur Bewirtschaftung unserer Wälder.“

Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic und OB Jörg Lutz führten den Minister und etliche Gäste über das Gelände der früheren Firma Lauffenmühle, in der einst bis zu 700 Menschen arbeiteten. Sie zeigten die Bauten mit den charakteristischen Shetdächern und führten in eine leere Produktionshalle.

Im Sommer und im Herbst würden die Gebäude auf Schadstoffe analysiert, sagte Neuhöfer-Avdic. Außerdem werde untersucht, welche Gebäude erhalten und welche abgerissen werden sollen. Erhalten werden solle auf jeden Fall das markante efeubewachsene Eingangsgebäude, so die Bürgermeisterin.

Produktionshallen sollen verschwinden

Nach aktuellem Stand auch das Kesselhaus mit dem hohen Kamin und mehrere Fassaden mit Shetdach. Die Produktionshallen sollen verschwinden: Zum einen seien die Dächer undicht und zu marode, um später eine Solaranlage zu tragen, erläuterte sie.

Zum anderen entstünde so Platz für neue, eventuell sogar mehrstöckige Gewerbebauten. Ein neueres, schmuckloses Gebäude Richtung Brombach soll wahrscheinlich stehen bleiben, um in Zukunft die benachbarten Wohnhäuser gegen Lärm aus dem Gewerbegebiet zu schützen.

Ab 2023 soll das Lauffenmühle-Areal zur Zwischennutzung freigegeben werden, vielleicht auch für Kultur und Kunst. Ab 2026 oder 2027 sollen Firmen einziehen können, sagte die Bürgermeisterin.

Stadtwald stellt genügend Holz bereit

Sie gab sich überzeugt, dass das klimaneutrale Gewerbegebiet in Holzbauweise umsetzbar ist, weil es im Stadtwald genügend Holz dafür gebe. In den zurückliegenden zwei bis drei Jahren sei so viel Schadholz angefallen, dass die Stadt gar nicht gewusst habe, wohin damit, sagte sie. Mit den ersten Firmen, die sich eventuell im Laufffenmühle-Areal ansiedeln wollen, sei man schon im Gespräch.

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