Lörrach Liebesschwüre, Liebeskummer

Einen Mann, einen richtigen Mann wünscht sich Eveline Inès Bill. Foto: Gottfried Driesch Foto: Die Oberbadische

Lörrach. „Jonny – wo bist du?“ Aufgeregt sucht Eveline Inès Bill ihren imaginären Liebhaber. So begann das von Monica Rexrodt („Café Family“) organisierte Konzert am Sonntag im Hebelsaal des Dreiländermuseums mit dem Titel „Jonny... oh Jonny...“.

Es war eine Premiere. Die Mezzosopranistin Eveline Inès Bill aus Yverdon/Schweiz hatte mit ihrem Klavierbegleiter Volker Nemmer über ein Jahr lang das Konzept entwickelt, die Dialoge geschrieben und die Musiknummern eingerichtet. Dabei wirkte Volker Nemmer nicht nur als versierter Begleiter, sondern auch als Kommentator zu den Liebesschwüren und als Dialogpartner mit.

Die vielseitige Sängerin ist bei den Konzerten des Café Family keine Unbekannte. Macher Besucher wird sich noch an den Abend mit französischen Chansons vor einigen Jahren erinnern. Damals hatte die Sängerin wahre Beifallsstürme ausgelöst.

Jetzt ging es um einen imaginären Liebhaber namens Jonny, der die Liebe mit Füßen tritt und brüsk zurückweist. „Ich habe nur eine klitzekleine Schwäche: Jonny“, gestand die Sängerin in ihrer Rolle als verschmähte Liebhaberin.

Musikalisch wurde dieses Problem von allen Seiten beleuchtet. „Es muss was Wunderbares sein, von dir geliebt zu werden“ (aus „Im weißen Rößl“ von Ralph Benatzky), stand am Anfang der Sehnsuchtslieder. Fünf englischsprachige Songs zum Thema schlossen sich an. Doch der geliebte Jonny weist die Liebende zurück und verschwindet. „Ich grolle nicht“ (Lied von Robert Schumann) heißt dazu die Antwort der Frau. Im Gegenteil ist Eveline Inès Bill „von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ (aus dem Film „Der blaue Engel“).

Als Jonny sie dabei erwischte, wie sie mit einem anderen Mann etwas hatte, hätte er gesungen: „La donna è mobile“ – „O wie so trügerisch sind Weiberherzen“ (aus Rigoletto von Verdi).

Jetzt wünschte sich die verschmähte Liebhaberin „einen Mann, einen richtigen Mann“ (Marlene Dietrich). Verunsichert gesteht sie: „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“ (Marlene Dietrich). Mehrere französische Lieder vervollständigen das Programm.

Die einzelnen Musiktitel wurden durch kurze Dialoge miteinander in Bezug gesetzt. Die Zuhörer in dem voll besetzten Saal hatten viel zu schmunzeln.

Nach dem Konzert luden das Winzerpaar Hans und Magret Krebs und das Bäckermeister-Ehepaar Heiner und Konzert-Organisatorin Monica Rexrodt zu einer Verkostung von edlen Weinen und den Stollenspezialitäten der Bäckerei ein. Die Veranstaltung war zugleich die offizielle Eröffnung der Christstollen-Saison von Heiners Backparadies und dem Café Family & Friends.

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