Lörrach Lutz: „Sammler sind glückliche Menschen“

Peter Ade
Das Foto zeigt (v.l.): Dieter Schaile, Karl Thamerus, Dr. Heinz Jaeger und Jörg Lutz Foto: Peter Ade

Lörrach - Mit einem Festakt im Dreiländermuseum feierte der Briefmarken-Sammlerbund Lörrach am vergangenen Freitag sein 100-jähriges Bestehen. Oberbürgermeister Jörg Lutz würdigte die Tradition des Vereins und zitierte Johann Wolfgang von Goethe: „Sammler sind glückliche Menschen.“

In der vom Vorsitzenden Karl Thamerus moderierten Feier unterstrich Lutz die Verwurzelung des Sammlerbundes mit der Entwicklung der Lerchenstadt. Sieben Männer gründeten den Verein am 7. September 1921 im damaligen Gasthaus Jägerstüble in der Feldbergstraße.

Das Durchschnittsalter der Mitglieder im Sammlerbund liegt aktuell bei 65 Jahren. Auch einige jüngere Freunde konnte der Verein gewinnen. Zuletzt hat jedoch die Corona-Pandemie die Aktivitäten der Gemeinschaft sehr stark eingeschränkt. Für seine Treffs sucht der Verein noch einen neuen Ort, nachdem es im Brauhaus Lasser, wo er seit 1952 sein Domizil hatte, nicht mehr klappt.

Erste Schau war 1924

Am 3. April 2022 findet wieder der jährliche Großtauschtag in der Schlossberghalle Haagen statt. Die erste Ausstellung organisierte der Sammlerbund 1924 im früheren Gasthaus „Krone“.

Unter den Nazis musste der Verein Anfang der 1940er Jahre dem Freizeitverband „Kraft durch Freude“ beitreten. Seinerzeit schlossen sich dem Vernehmen nach auch Mitglieder an, die gar keine Briefmarken sammelten, jedoch die Zugehörigkeit zum Sammlerbund als Nachweis der geforderten Mitgliedschaft in einer NS-Organisation benutzten.

Neu gegründet wurde der Sammlerbund im Jahr 1948. Vom 5. bis 8. Mai 1961 veranstaltete er in der Stadthalle die damals viel beachtete Südwestdeutsche Briefmarkenausstellung mit 4000 Besuchern aus dem Land. 1971 wurde das 50-jährige Bestehen gefeiert. Mehrfach organisierte der Verein große Ausstellungen, zum Beispiel 1977 im Hauptpostamt oder 1981 in der Stadthalle.

Lebende Gründungsmitglieder hat der Sammlerbund keine mehr, doch immerhin gibt es noch drei Mitglieder, die beachtliche 70 Jahre dabei sind. Darunter der Ehrenvorsitzende Heinz Jaeger. Der 97 Jahre alte Philatelist hat Anfang August ein Buch übers Briefmarkensammeln veröffentlicht. Beim Festakt wurde es vorgestellt und fand auf Anhieb regen Zuspruch.

Jaeger war von 1950 bis 1962 Arzt am Lörracher Krankenhaus. 1963 ließ er sich als Facharzt für Innere Medizin in Lörrach nieder. Viele Gratulanten Groß war die Schar der Gratulanten, die dem Sammlerbund zum Jubiläum die Aufwartung machten. Der aus Stuttgart angereiste Vorsitzende des Landesverbandes, Dieter Schaile, lobte die Lörracher Aktivitäten innerhalb der Vereinigung.

Stolz erwähnte der Gast, dass der Landesverband Baden-Württemberg mit 120 Vereinen und 5000 Mitgliedern der größte in Deutschland sei.

„Wir haben das schönste Hobby der Welt“, frohlockte der südbadische Regionalvertreter Jürgen Häsler in seiner Laudatio. Ihm folgten die Glückwünsche von Joachim Doll, dem Regionalvertreter Südbaden für die Jugend im Verband.

Mehrere Nachbarvereine des Sammlerbundes schlossen sich den Würdigungen an, unter ihnen Elmar Vogt aus Hausen im Wiesental. Er erinnerte daran, dass sein Sammlerbund 1985 die damalige Deutsche Bundespost dazu bewegen konnte, eine markante Sondermarke zum Gedenken an den Schriftsteller und Pfarrer Johann Peter Hebel freizugeben.

Sammlergrüße aus der Schweiz und gleich drei Geschenke überbrachte der Präsident der eidgenössischen Philatelisten Basel, Rolf Kissling. Er rühmte die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und den regen Gedankenaustausch unter Freunden. Ehrungen 40 Jahre: Eckart Hornberger, Werner Pfluger, Ortwin Preuss; 50 Jahre: Erich Kaiser; 60 Jahre: Werner Steinebrunner; 70 Jahre: Heinz Jaeger.

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