Von Ursula König

Lörrach. Ein nahezu unaussprechliches Stück beendet die 17. Saison des Jungen Theaters. Die Premiere „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“, nach der Zauberposse von Michael Ende, war am Sonntag im Alten Wasserwerk zu sehen.

Es bleibt spannend bis zum Schluss: Schaffen es die Spione des Geheimen Rates der Tiere, bis Silvestermitternacht die Welt zu retten? Oder droht ein gigantisches Ausmaß an Verwüstung und Leid die Erde heimzusuchen, weil das im Interesse einiger Wesen liegt, die an dunklen Machenschaften interessiert sind? Sind sie doch seiner „Exzellenz“ verpflichtet, der größten Macht der Unterwelt.

Dass der böse Zauberer Belzebub Irrrwitzer die Fachschule für „höhere Diabolik“ überhaupt bestehen konnte, verdankt er seinen schrill-schrägen Tanten, den beiden Geldhexen. Doch auch nach seiner teuflischen Ausbildung bräuchte er sich eigentlich keine Sorgen zu machen, hat er mit dem intellektuellen Professor doch einen klugen und strebsamen Gesellen zur Hand, der für jede Schlechtigkeit zu haben ist. Ein Problem muss bis zum neuen Jahr unbedingt gelöst werden: der Zauberer hat zu wenig Unheil auf die Erde gebracht. Es gibt noch einige üble Punkte abzuhaken, macht der Besuch aus der Tiefe in aller Deutlichkeit klar.

Da kommt der Wunschpunsch ins Spiel. Und zum Glück gibt es die clevere Gegenseite, den verkannten Minnesänger Kater Maurizio Jakob und seine potenzielle Beute, drei Raben. Doch können die zu Verbündeten gewordenen ehemaligen Feinde das Unheil aufhalten und die Welt retten?

Es ist eine Art moderner „Faustgeschichte“, die einiges an Interpretationskunst verlangt, nicht nur was die Texte betrifft. Regisseurin Birgit Vaith machte auch darauf aufmerksam, dass die mimisch und gestisch geprägten Szenen ohne Text teilweise um einiges schwieriger umzusetzen seien.

Das Ensemble zog kreativ und gewitzt nahezu alle Theaterregister und zeigte eine lebhafte und farbenfrohe Umsetzung des Märchens, das mehr als nur augenzwinkernd auf aktuelle Umweltthemen hinweist. Und dieser Bezug war Birgit Vaith bei der Auswahl des Stückes sehr wichtig, wie sie nach der gelungenen, gut zweistündigen, Aufführung anmerkte.

Es spielen: Martha Bek, Lena Dieterle, Clarissa Döring, Tymon Feinendegen, Luisa Fritsch, Anika Greiß, Luisa Greiß, Marie Keutler, Chiara Kiefer, Louisa Kraft, Dana Klesinski, Marlene Metz, Sonia Strohmeyer, Johanna Tilmann und Hannah Wind.   Weitere Aufführung: Sonntag, 10. Juli, 15 Uhr Altes Wasserwerk