Lörrach. Der Tag der offenen Tür an der Lörracher Außenstelle der Karl-Rolfus-Schule bot einen Einblick in die Aktivitäten und Unterrichtsthemen der Schüler mit und ohne Behinderungen. Viele Eltern, deren behindertes Kind erst ins Schulalter kommt, wollten die Unterrichtsgestaltung, die Themen und die Räumlichkeiten kennenlernen.

In der Hauptstufenklasse LH3 hatten die Schüler im Rahmen der Vorstellung verschiedener Berufe gelernt und mit allen Sinnen selbst erfahren, wie es ist, als Förster und Forstarbeiter zu arbeiten: Sie hatten deshalb im Klassenzimmer eine Werkbank so eingerichtet, dass Schüler, Eltern und Besucher aus einer vorgeformten Holzlatte ein Herz sägen konnten.

Auf ähnliche Weise präsentierten sich alle Klassen der Außenstelle. Die Kinder und Jugendlichen werden von der Grundschule gemeinsam über die Hauptstufe bis hin zur Berufsschulstufe im frühen Erwachsenenalter unterrichtet. Auch Dartspielen ist ein Teil dieses Unterrichts: Lehrer Rolf Wais will seinen Schülern verschiedene Möglichkeiten der Freizeitgestaltung näherbringen: „So wollten wir ihr Interesse wecken, damit sie selbst in der Lage sind zu entscheiden, ob sie Sport machen wollen, gemeinsam musizieren oder ins Kino gehen.“ Auch Mathematik kann auf motivierende Weise mit dem Dartspiel verknüpft werden.

Während die Haupt- und Berufsschulstufe nur für Jugendliche mit Behinderung ausgerichtet sind, gehen in den vier Grundschulklassen Kinder mit Behinderung zusammen mit nicht-behinderten Kindern der Freien Evangelischen Schule (FES) in den Unterricht. In einem der Klassenräume stellen die Schüler ihre selbstgebastelten Schattenspiele aus: FES-Schüler Jonathan präsentiert stolz seine Geschichte von einem Gespenst, das die Wölfe vor seinem Schloss vertreiben will, um alleine zu sein, dann aber doch Frieden mit ihnen schließt.

In der Schule an der Wallbrunnstraße werden derzeit in neun Klassen insgesamt 56 Kinder und Jugendliche mit Behinderungen und 42 FES-Schüler unterrichtet. Der Tag der Offenen Tür sei immer eine lockere Leistungsschau der Schüler für die eigenen Eltern und die Öffentlichkeit: „Wir wollen zeigen, was wir machen, wie wir arbeiten und mit welchen Materialien wir arbeiten. Aber es soll auch immer ein Mitmachangebot sein“, erklärte Standortleiterin Sonja Benz-Peiszan. Die über 30 Lehrer, Praktikanten und FSJler halfen den Schülern, ihre Präsentationen und Angebote umzusetzen.