Lörrach Maximale Fördersumme für Museumsdepot

Fotos: Kristoff Meller Foto: Die Oberbadische

Lörrach - Der Bau eines Sammlungsdepots für das Dreiländermuseum hat die entscheidende Hürde genommen. Der Begleitausschuss des Interreg-Programms der Europäischen Union (EU) bewilligte am Donnerstag die maximale Fördersumme in Höhe von 1,98 Millionen Euro.

Am Nachmittag informierte das Regierungspräsidium (RP) Freiburg über die Ergebnisse der Sitzung in Basel. Die EU fördert fünf neue grenzüberschreitende Projekte am Oberrhein mit insgesamt 4,2 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

FÜnf Prozent der Sammlungsobjekte sind ausgestellt. Der Rest lagert im Provisorium.

„Mit über 50 000 Objekten bewahrt das Dreiländermuseum die bedeutendste kulturhistorische und trinationale Sammlung der Region zwischen Breisgau und Bodensee. Neben den Schwerpunkten Regional- und Dreiländergeschichte, südbadische Kunst und Kunstkeramik ist das Museum auch literarische Gedenkstätte zu Johann Peter Hebel“: So beschreibt die Einrichtung selbst den Wert ihrer Sammlung.

Allerdings können maximal fünf Prozent der Objekte dauerhaft ausgestellt werden, alle anderen lagern derzeit in einem Provisorium: in Räumen der ehemaligen Firma Gaba in Tumringen.

Sammlung für Außenstehende zugänglich machen

Wie berichtet, haben sich Stadt und Gemeinderat für den Bau eines Sammlungsdepots ausgesprochen, „um die Ausstellungsstücke besser zu erhalten und sie für Außenstehende zugänglich zu machen.

Zu den geplanten Maßnahmen zählen die Einrichtung einer kostenlosen Beratung für Museen am Oberrhein, die Schaffung aktualisierter und frei zugängliche Datenbanken sowie eine App, mit der die Geschichte rund um die Ausstellungsstücke spielerisch erkundet werden kann“, so das RP in seiner Mitteilung.

Grenzübergreifendes Projekt

Das Projekt mit dem Titel „Die Dreiländersammlung – ein neues Sammlungsdepot zur grenzüberschreitenden Nutzung für Tourismus, Bildung und Forschung“ sei „in jeder Hinsicht grenzübergreifend“, so der Begleitausschuss. Es mache das regionale Kulturerbe für alle erlebbar und werde deshalb durch das Interreg-Programm mit EU- Mitteln unterstützt.

Museumsleiter Markus Moehring erfuhr durch die Anfrage unserer Zeitung von der Förderung. Er zeigte sich „hoch erfreut“, dass der Antrag „auf ganzer Linie mit der maximalen Fördersumme unterstützt wird.“ Damit werde ein eineinhalb Jahre dauernder Prozess zu einem guten Ende geführt.

Bis zur Bewilligung brauchte es zehn Antragsversionen

Moehring machte nochmals die Dimension des Unterfangens deutlich: Insgesamt zehn Antragsversionen wurden eingereicht – „das gehört in einem solchen Prozess einfach dazu“ –, die mehrere Gremien passieren mussten. Immer wieder wurde der Antrag nachgeschärft und punktuell neu justiert.

Wie erhofft, fließen 1,7 Millionen Euro nach Lörrach. Rund 300 000 Euro werden wie vorgesehen an fünf der über 25 Partner in Deutschland und Frankreich verteilt. Ins Gesamtprojekt fließt auch ein Beitrag des Historischen Museums Basel, für den in der Schweiz ein gesondertes Verfahren notwendig war.

Große Anerkennung für die Sammlung des Museums

Als Verantwortlicher freute sich Moehring auch für das mit dem Interreg-Antrag befasste Team: Insbesondere Iris Heller war intensiv eingebunden. Ulrike Konrad, Caroline Buffet und Martina Rabast nannte der Museumsleiter als weitere Projekt-Beteiligte.

Die Förderung sei „eine große Anerkennung, auch überregional, für die Sammlung des Museums.“ Noch nie zuvor sei bislang am Oberrhein der Bau eines Museumsdepots von der EU gefördert worden.

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