Lörrach Mehr Werbung für den Wochenmarkt?

Foto: Kristoff Meller Foto: Die Oberbadische

Lörrach - Corona-Shutdown, keine Schweizer Kunden und auch noch Winterzeit: Die Frequenz auf dem Lörracher Wochenmarkt war zuletzt eher bescheiden. Nun haben sich die Marktbeschicker dafür ausgesprochen, an den Stadteingängen auf den Markt und seine Öffnungszeiten hinzuweisen, um mehr Kunden anzulocken.

Die Idee ist nicht ganz neu: „Wir sind schon lange dran an dem Thema, denn in anderen Orten sind solche Hinweisschilder fast üblich, aber in Lörrach hieß es immer, die Stadt hat kein Geld dafür“, sagt Barbara Leser von Leser’s Hofbäckerei in Holzen. Auch jetzt ist die Stadtkasse bekanntlich alles andere als prall gefüllt, aber die Kosten für die Werbemaßnahme sind nach Ansicht der Beschicker überschaubar im Vergleich zur Wirkung, die diese entfalten könnten.

„Die Schilder sollten an den Ortseingängen angebracht werden, mit den Markttagen und Marktzeiten, damit auch jeder weiß, wann Markt ist und auch wieder mehr Kunden kommen, die Stadt Lörrach ist ja eigentlich groß“, erklärt Leser, die Mitglied des Sprecherkreises der Beschicker ist. Denn aktuell sei die geringere Frequenz auf dem Markt deutlich spürbar, wie ihr viele Kollegen rückgemeldet hätten.

In den Wintermonaten sei die Kundenfrequenz insbesondere unter der Woche traditionell sehr gering, weshalb auch weniger Beschicker kommen. Die Corona-Pandemie und die fehlenden Schweizer verschärften die Situation zusätzlich. „Wir stehen aktuell samstags am Alten Markt vor Osiander, das ist ein Platz mit viel Laufkundschaft, aber Kollegen auf dem Marktplatz und insbesondere im hinteren Bereich sagen, dass bei ihnen viel weniger los ist“, berichtet Leser.

Bis vor einigen Jahren war sie auch dienstags in Lörrach präsent, doch seit etwa fünf Jahren sei „immer weniger los“, weshalb Leser beschlossen hat, zwischen Silvester und Ostern nur noch samstags ihren Stand auf dem Marktplatz aufzubauen. „Das hat sich schon vor Corona nicht gelohnt, und jetzt hat sich das noch verstärkt.“

Etwas gegen diese negative Entwicklung wirke glücklicherweise der Trend, dass die Kunden wieder mehr Wert auf regionale und saisonale Lebensmittel legen. Obwohl viele Supermärkte in jüngster Zeit ebenfalls verstärkt auf Bio-Ware und Regionalität setzen, seien diese für Leser und ihre Kollegen „keine Konkurrenz“.

Zumal die Beschicker eine Einkaufsmöglichkeit im Freien anbieten können – in Pandemiezeiten ein großer Vorteil. Zudem seien die Besucher vorbildlich, was die Maskenpflicht betrifft. Leser: „Mundschutz tragen alle, und die meisten halten sich an den Abstand, sonst weisen wir die Kunden mit Hinweisschildern oder auch persönlich darauf hin.“

Fraktion der Grünen unterstützt Vorstoß für Hinweistafeln

Mit ihrer Forderung nach Hinweistafeln am Stadteingang haben sich die Marktbeschicker nun auch an die Gemeinderatsfraktion der Grünen gewandt. Diese unterstützen den Vorstoß und schreiben in einem Brief an Oberbürgermeister Jörg Lutz: „Wir sollten für unsere Wochenmärkte weiterhin werben. Professionell gestaltete Hinweisschilder an den Ortseingängen wären hierzu, wie in vielen anderen Gemeinden, eine Möglichkeit“, schreibt Gerd Wernthaler für die Fraktion.

Weiter heißt es: „Ein vitaler Wochenmarkt stärkt und belebt die Ortskerne der Stadtteile und die Innenstadt. Dies erscheint gerade mit der anstehenden Lockerung des Corona-Shutdowns wichtig. Ein Wochenmarkt bringt zusätzliche Passanten-Frequenzen und erschließt dem Einzelhandel neue Kunden. Er erhöht die Aufenthaltsdauer der Kunden in der Stadt oder dem Stadtteil. Eine angenehme Aufenthaltsatmosphäre bereichert das Stadtleben und steigert die Lebensqualität.“

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